Mehr als sieben Jahre nach der Tat muss ein Trickdieb büßen

rnLandgericht Bochum

Anstoßen, ablenken, bestehlen: Mehr als acht Jahre nach einer Serie von Taschendiebstählen in Castrop-Rauxel und Umgebung ist ein Täter zu einer Gefängnis-Strafe verurteilt worden.

Bochum/Castrop-Rauxel

, 25.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Täter hatten flinke Finger, die Opfer waren fast alle über 80 Jahre alt: Fast acht Jahre nach einer Serie von Trickdiebstählen in Supermärkten ist ein vorbestrafter Handwerker (64) am Bochumer Landgericht zu einem Jahr und sieben Monaten Haft verurteilt worden. In Castrop-Rauxel hatte der Dieb am 16. Februar 2013 zugeschlagen.

Spezialisiert war die Bande um den Angeklagten und mehrere Komplizen auf Taschendiebstähle in oder vor Discountern. Während der Angeklagte in der Regel draußen im Auto wartete, wurden die hoch betagten Opfer von einem der eigentlichen Taschendiebe angesprochen, abgelenkt und dann unbemerkt um die Geldbörse erleichtert. Bei der Tat an der Wartburgstraße in Castrop-Rauxel wurden einer älteren Dame mit der Geldbörse auch die Krankenversicherungskarte und der Personalausweis gestohlen.

Grenzkontrolle führt zu Verurteilung

Dass der Angeklagte mehr als sieben Jahre nach den Beutezügen auch noch verurteilt werden konnte, hatte mit einer Einreisekontrolle an der deutsch-österreichischen Grenze zu tun. Am 24. Juni war der Mann, der offenbar jahrelang in Frankreich abgetaucht gewesen ist, dort festgenommen worden.

Mit Blick auf seine Vorstrafen (unter anderem Totschlag) sahen die Richter für eine Bewährungschance keinen Raum mehr. Das Urteil lautet auf schweren Bandendiebstahl und bandenmäßigen Computerbetrug.

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