Messerstecherei in Mengede war Rache-Aktion

Täter aus Castrop-Rauxel

Weil ein 17-jähriger Castrop-Rauxeler am Bahnhof Dortmund-Mengede in der Nacht von Samstag auf Sonntag Schläge bezogen hatte, rief er eine Gruppe Bekannte zur Hilfe. Bei der Rache-Aktion waren auch ein Elektro-Schocker und Messer im Spiel. Zwei Dortmunder wurden schwer verletzt.

MENGEDE/CASTROP-RAUXEL

, 27.02.2017, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Bahnhof Mengede gab es in der Nacht zu Sonntag eine Schlägerei.

Am Bahnhof Mengede gab es in der Nacht zu Sonntag eine Schlägerei.

Es fing wohl an, wie viele harmlose Auseinandersetzungen unter Jugendlichen anfangen. Der 17-jährige Castrop-Rauxeler wollte nach Mitternacht von Dortmund-Mengede mit der Bahn zurück nach Castrop-Rauxel fahren. Am Gleis traf er auf einen 17-jährigen Dortmunder.

„Die beiden waren leicht alkoholisiert“, sagt Henner Kruse von der Dortmunder Staatsanwaltschaft, die in dem Fall ermittelt. Ein blöder Blick genügte, um die Situation eskalieren zu lassen. Es kam zur Schlägerei. Der Dortmunder schlug mehrfach mit der Faust gegen den Kopf des 17-jährigen Castrop-Rauxelers.

Rund zehn Bekannte zur Hilfe gerufen

Der flüchtete verletzt vom Tatort und rief erst mal seinen 19-jährigen Bruder an. Er und mindestens zehn weitere Bekannte des Castrop-Rauxelers, die ebenfalls angerufen worden, kehrten gegen 1 Uhr zum Tatort zurück. „Man hat sich vorher ein bisschen bewaffnet“, sagt Henner Kruse. „Einer der Beteiligten hatte einen Elektroschocker dabei, der aussah wie eine Taschenlampe.“

Auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen, griffen sie den 17-jährigen Dortmunder und seinen 18-jährigen Begleiter sofort an. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei haben sich aber nur der 17-jährige Castrop-Rauxeler und zwei weitere Bekannte an der Schlägerei beteiligt. Sie schlugen die beiden Dortmunder zu Boden und stachen sogar mehrmals mit einem Messer zu. Auch ein Golfschläger wurde bei der Schlägerei von einem 16-Jährigen als Waffe eingesetzt.

Durch Messerstiche schwer verletzt

Der 17-jährige Dortmunder und sein Begleiter wurden vor allem durch die Messerstiche schwer verletzt. Bei beiden bestand kurze Zeit Lebensgefahr. Dafür konnte die Polizei aber mittlerweile Entwarnung geben.

Die Gruppe um den 17-jährigen Castrop-Rauxeler flüchtete zunächst unerkannt. Schnell konnte die Polizei fünf Tatverdächtige ermitteln. „Wir wissen auch jetzt, wer mit dem Messer zugestochen hat“, sagt Henner Kruse auf Anfrage unserer Zeitung. Der 17-jährige Castrop-Rauxeler habe die Tat mittlerweile eingeräumt.

Mordkommission ermittelt

Alle Beteiligten wurden von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. „Obwohl der 17-jährige Castrop-Rauxeler eine schwere Straftat begangen hat, haben wir ihn nicht in Untersuchungshaft genommen“, sagt Henner Kruse. „Er hat sich der Polizei gestellt, wohnt noch bei seiner Mutter und geht zur Schule. Daher haben wir keinen Haftgrund gesehen.“

Die eingerichtete Mordkommission ermittelt weiter. Zeugenbefragungen müssen jetzt Details zum Tathergang und den Beteiligten ergeben, so Kruse.  

Hinweise gesucht
Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise zum Tatgeschehen geben können, Tel. (0231) 1327441.

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