Michael Esser: "Drei hinter uns lassen. Mehr nicht."

Darmstadts Keeper im Interview

Am Samstag hat der Rauxeler Fußball-Torwart Michael Esser in der 1. Bundesliga mit Darmstadt 98 bei Borussia Dortmund gespielt und mit 0:6 verloren. Im Interview spricht der 28-Jährige über seine ersten Eindrücke in der höchsten deutschen Liga und bei den Lilien.

CASTROP-RAUXEL

, 20.09.2016, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michael Esser hielt beim 0:6 gegen Dortmund, was zu halten war.

Michael Esser hielt beim 0:6 gegen Dortmund, was zu halten war.

Herr Esser, Sie haben vor 80.000 Zuschauern in Dortmund gespielt. Das war gewiss die bislang größte Kulisse, richtig?

Ja, das ist richtig. Zwei Wochen vorher waren es schon 50.000 in Köln – und jetzt nochmals mehr.

Wie sehr beeindruckt es einen Sportler, vor so vielen Fans aufzulaufen?

Ehrlich gesagt blendet man das mit dem Anpfiff komplett aus. Dann gilt die volle Konzentration dem Ball und Mannschaft. Die Rufe der Zuschauer hört man nicht mehr.

Am Ende hat Ihre Mannschaft 0:6 verloren. Wie sehr drückt solch eine hohe Niederlage die Stimmung in Ihrem Team?

Das darf uns nicht belasten. Meiner Meinung nach werden auch andere Mannschaften in Dortmund unter die Räder kommen. Für uns ist nur wichtig, dass wir am Ende der Saison drei Mannschaften hinter uns lassen. Mehr nicht.

Das Fachmagazin "Kicker" hat Ihnen trotz der sechs Gegentreffer die Note 2 gegeben. Damit - und einem Schnitt von 2,17 - sind Sie nach drei Spieltagen zweitbester Erstliga-Keeper - noch vor Manuel Neuer mit 2,33. Stärkt das Ihr Selbstbewusstsein?

Das zeigt auf jeden Fall, dass ich mit meinen Leistungen zufrieden sein kann und darauf aufbauen sollte. Noch wichtiger sind allerdings natürlich Punktgewinne.

Sie haben für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga und danach für Sturm Graz in Österreichs 1. Liga gespielt. Worin besteht der Unterschied zur 1. Bundesliga?

Hier ist auf jeden Fall das Tempo des Spiels höher, auch wenn nicht alle Spieler schneller laufen. Die Partien hier leben von noch mehr Emotionen als in der 2. Liga oder in Österreich. Uns muss es in den kommenden Spielen gelingen, unsere Marschroute durchzusetzen: Wir sind auf jeden Fall darauf aus, das Spiel langsamer zu machen.

Welche Eindrücke haben Sie von Darmstadt und Ihrem neuen Verein bislang sammeln können?

Von der Stadt habe ich noch nicht so viel gesehen. Im Verein fühle ich mich gut aufgehoben. Man merkt dem Club an, dass er noch dabei ist, sich nach den zwei schnellen Aufstiegen auf die 1. Bundesliga umzustellen. Daran wird Stück für Stück gearbeitet. Das merkt man. Es muss aber noch einiges geschehen.

In anderen Vereinen wird davon gesprochen, dass der Rasen im Darmstädter Stadion nicht erstliga-würdig sei…

Das sehe ich nicht so. Der Rasen ist OK. Auch die Trainingsplätze sind gut ausgestattet. Angepasst werden müssen die Kabinen. Und auch in Sachen Kraftraum muss sich noch etwas tun.

Rückblickend: Wie überraschend kam für Sie das Angebot aus Darmstadt?

Der Kontakt hatte bereits in der alten Saison recht früh bestanden. Der damalige Trainer Dirk Schuster hatte sich für meine Verpflichtung stark gemacht. Und auch Norbert Meier als sein Nachfolger hat an mir festgehalten.

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