Millionenbetrug: Haftbefehl gegen Habinghorster

Prozess ferngeblieben

Die früheren Geschäftsführer eines Habinghorster Rohrhandels werden per Haftbefehl gesucht. Die beiden 59 und 70 Jahre alten Männer erschienen am Freitag nicht zu ihrem Prozess vor dem Dortmunder Landgericht. Dort sollten sie sich eigentlich wegen Betruges verantworten - in Höhe von 5 Millionen Euro.

CASTROP-RAUXEL

31.03.2017, 14:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Unternehmern vor, kurz vor der Pleite ihrer Firma im März 2010 große Teile ihres Lagerbestands beiseite geschafft zu haben. Die Rohre sollen einen Gesamtwert von 5 Millionen Euro gehabt haben.

Nach Angaben ihrer Verteidiger wollen sich die Angeklagten zum Verfahren grundsätzlich gerne stellen. Die beiden Männer seien jedoch schwer krank, sagten sie am Freitag.

"Nicht zu großem Stress aussetzen"

Rechtsanwalt Jens Cordes legte eine ärztliche Bescheinigung vor, nach der sich sein Mandant in den nächsten Tagen mehreren Herzuntersuchungen unterziehen muss. Außerdem habe der Angeklagte ihm folgende Mail geschrieben, so der Verteidiger: „Mein Arzt hat mir geraten, mich nicht zu großem Stress auszusetzen.“

Auch die Verteidiger des zweiten Angeklagten legten ärztliche Unterlagen vor. Nach denen ist der 71-Jährige seit Jahren an Krebs erkrankt und leidet außerdem seit kurzem an Parkinson.

Den Richtern reichten diese Dokumente als Entschuldigungsschreiben jedoch nicht aus. „Zur Reise- und Verhandlungsfähigkeit steht darin nichts“, hieß es am Freitag. Nun hoffen sie, dass die italienische Polizei bis Ende April die Haftbefehle vollstreckt haben wird - die beiden Angeklagten sind nämlich Italiener. 

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