Mit 2,4 Promille Auto gefahren - Verpfiff der Mann seine Ex-Frau nach dem Geierabend?

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Das Aus der Ehe nach nicht einmal einem Jahr hat eine Frau (49) mit Wein bewältigen wollen. Weil sie sich danach hinters Steuer setzte, landete sie nun in Castrop-Rauxel vorm Strafrichter.

Castrop-Rauxel

, 30.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war nach einer Geierabend-Veranstaltung auf Zeche Zollern. Der Tag endete für die 49-Jährige alles andere als lustig. Für sie war nachts die erst vor Kurzem geschlossene Ehe endgültig zerrüttet. Und sie musste zudem ihren Führerschein abgeben, weil sie mit 2,4 Promille auf ihrem Heimweg auf der Herner Straße erwischt wurde.

„Das ist ein extrem hoher Promillewert“, sagte der Richter jetzt vor dem Amtsgericht zur Angeklagten. Die Frau war aus Hessen, wo sie inzwischen wieder wohnt, zur Verhandlung nach Castrop-Rauxel gekommen.

Erwischt auf der Herner Straße

Die Anklage: Sie war im Februar gegen 23.25 Uhr vor der Zeche Zollern in Bövinghausen ins Auto gestiegen, obwohl sie erheblich unter Alkoholeinfluss stand. Auf der Herner Straße beendeten Polizisten ihre Fahrt, die Alkoholkontrolle belief sich auf exakt 2,42 Promille. Der Führerschein wurde direkt eingezogen.

Ursprünglich war diese Straftat per Strafbefehl geahndet worden. Danach sollte die Frau 30 Tagessätze zu je 50 Euro zahlen - und ein Jahr Fahrverbot.

Dem widersprach die Angeklagte. Sie schilderte nun dem Richter ihre derzeitige Situation: Nur eine knappe Woche nach dem Vorfall packte sie ihre Koffer, zog zurück nach Hessen in ihre alte Heimat, wo auch ihre zwei erwachsenen Töchter leben. Der Stadt Castrop-Rauxel, wohin sie nach ihrer Heirat erst im Mai 2018 gezogen war, kehrte sie nach dem privaten Fiasko wieder den Rücken.

„Ich habe 25 Jahre in der Gastronomie gearbeitet“, berichtete sie - doch derzeit sei sie arbeitslos. Auch wegen der fehlenden Fahrerlaubnis. Sie lebe jetzt von Hartz IV, was auch der Grund für den Einspruch gegen den Strafbefehl ist. „Ich kann die Geldstrafe nicht zahlen“, sagte sie. Und ohne Führerschein sei es schwer, einen Job zu finden.

Sie arbeitete an diesem Abend an der Garderobe

Beim Geierabend war sie noch von Berufs wegen. Sie arbeitete an der Garderobe. Dort kam es mit dem Ex-Mann wohl zum Eklat. Die Frau griff zur Weinflasche und trank. „Meine Ehe war am Ende, ich war mit den Nerven fertig“, sagte sie.

Sie sei sicher, dass ihr Ex die Polizei informierte, als sie nach Feierabend in den Wagen stieg. Natürlich hätte sie besser ein Taxi genommen, sagte sie rückblickend, aber sie hätte an jenem Tag komplett neben sich gestanden.

Die Entscheidung des Richters erleichtert einen Neustart: Aufgrund ihrer finanziellen Lage reduzierte er die Geldstrafe auf 300 Euro und verhängte ein Fahrverbot über neun Monate.

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