Mit der Wasserstoff-Bahn von Castrop-Rauxel alle 30 Minuten nach Holland

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4000 Menschen fahren jeden Tag mit der Regionalbahn 43. Es sollen 10.000 werden. Und wenn Wasserstoff ins Spiel kommt, könnte die Verkehrswende im Emschertal sogar ein Modellprojekt werden.

Castrop-Rauxel

, 08.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schranken am Bahnübergang Obere Münsterstraße schließen sich kurz vor der vollen Stunde. Die Emschertalbahn RB 43 nähert sich aus beiden Richtungen. Ein paar Menschen steigen aus, ein paar ein. 4000 sind es am Tag, die zwischen Dortmund und Dorsten fahren, so die Schätzungen. Zu wenig für alle diejenigen, die eine Verkehrswende wollen.

Zu ihnen zählen sich auch Hernes Oberbürgermeiser Dr. Frank Dudda und Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja. Am Montag haben sie sich am Bahnübergang getroffen, um ihre Ideen vorzustellen. Der Halb-Stunden-Takt ist da nur ein Ziel, das sie gemeinsam beim VRR und beim Kreis Recklinghausen durchsetzen wollen. Diese Forderung gibt es schon lange, 2018 zum Beispiel hatte der VRR sie schon mal für das Jahr 2020 angekündigt.

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80 Minuten braucht der Zug von Dortmund nach Dorsten. Auch das soll schneller werden. Ziel ist es, die Strecke zwischen Herne und Castrop-Rauxel zu sanieren, damit die Züge dann wieder 60 km/h und nicht wie jetzt 40 km/h fahren können. Bei Gelsenkirchen, so Dudda, könnte eine Umgehung verschwinden, auch das brächte 10 Minuten.

Regionalbahn soll weiter bis in die Niederlande fahren

Damit das klappt, wollen sie auch ihre Amtskollegen aus den anderen Städten gewinnen, die an der Strecke liegen. Bei der letzten Zählung, immerhin schon 2011, hat die RB 43 täglich 3500 Menschen befördert. Die Zielmarke ist 10.000.

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Doch das ist nicht alles: „Wir wollen weiter, wir wollen nach Holland, nach Winterswijk“, sagt Frank Dudda. Er ist überzeugt, dass die Verbindung gut ankommen wird.. Nicht nur bei Berufspendlern, sondern auch am Wochenende für Ausflügler. Die Strecke erscheint dem Herner Oberbürgermeister als „ideal für Wasserstoff“. Eine komplette Elektrifizierung sei im Münsterland schlecht möglich.

Unternehmen, das auch in Herne ansässig ist, stellt Wasserstoffzüge her

Beim Thema Wasserstoff hat Dudda klar die Interessen seiner Stadt im Blick. Denn hier hat sich im vergangenen Jahr das Unternehmen Stadler angesiedelt, eines von dreien, wie Dudda betont, die Wasserstoffzüge herstellen. Die führen jetzt noch vorzugsweise im Norden, in Dänemark und Schweden. Warum nicht auch hier. Die beiden Stadtoberhäupter sprechen vom Vorantreiben dieser Technologie in unserer Region, von einem Innovationsschub, einem Leuchtturm und einem Modellprojekt.

Die Analysen zeigen, wo die RB 43 am meisten frequentiert wird. Castrop-Rauxel ist ein zentraler Ort.

Die Analysen zeigen, wo die RB 43 am meisten frequentiert wird. Castrop-Rauxel ist ein zentraler Ort. Von hier aus fahren viele Menschen nach Dortmund, wie die dicke rote Linie zeigt. Aber auch nach Wanne-Eickel wird die Verbindung häufig genutzt. © Ronny von Wangenheim

Das alles ist wohl Zukunftsmusik. Wahrscheinlicher ist, dass erst einmal über eine umweltfreundlichere Elektrifizierung der Strecke gesprochen werden wird. Noch fahren hier auch Diesel-Züge. Ob man die Strecke bis Dorsten komplett elektrifiziert oder abschnittsweise auf Speicherkapazitäten setzt, auch darüber wird schon nachgedacht.

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