Müllentsorger Weber stellt Betrieb ein

MERKLINDE Der Geschäftsbetrieb der Abfallsortieranlage des Müllentsorgers Weber im Gewerbegebiet an der Dieselstraße nahe der Stadtgrenze ist zum 30. April eingestellt worden. Das bestätigte der Bochumer Rechtsanwalt Frank Imberger, der zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist.

von Von ilse-Marie Schlehenkamp

, 06.05.2009, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Geschäftsbetrieb der Abfallsortieranlage des Müllentsorgers Weber im Gewerbegebiet an der Dieselstraße.

Der Geschäftsbetrieb der Abfallsortieranlage des Müllentsorgers Weber im Gewerbegebiet an der Dieselstraße.

Lichtblick sei allerdings der Umstand, dass die Sortieranlage sehr modern ist. Kein Wunder, hat Firmenchef Frank Weber sie mitsamt neuer Halle nach dem verheerenden Brand im November 2006 mit zehn Mio. Euro Schaden mit einem finanziellen Kraftakt doch neu angeschafft. Was wird nun? Frank Imberger verhandelt mit verschiedenen Interessenten über Verkauf und Demontage. Möglicherweise könne die Sortieranlage auch ins Ausland verkauft werden, sagt der Bochumer Anwalt. Die naheliegendste Lösung, die Übernahme durch den Nachbarn Remondis, dem das Grundstück der Firma Weber gehört, ist nach Angaben von Remondis-Pressesprecher Michael Schneider kein Thema.

Schneider: „Mir sind keine Aquisitionspläne bekannt.“ In der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und angesichts der stark gesunkenen Erlöse müsse man sehr genau überleghen, ob man in eine Sortieranlage für Leichtverpackungen investiere. Was die im vergangenen Jahr vom Regierungspräsidenten genehmigte Kapazitätserweiterung bei Remondis betrifft, sagte Schneider: „Wir haben zwar neue Stoffströme bewilligt bekommen, aber da ist so recht nichts passiert.“ Für fast das vierfache Volumen gegenüber früher war grünes Licht gegeben worden.

Bei Remondis werden die Grünabfälle aus Bochum umgeschlagen und zum Lippe-Werk transportiert, außerdem darf dort Bauschutt, Sperrmüll, Altholz und Altglas landen. Schneider: „Wegen des geringeren Abfallaufkommens haben wir weniger LKW-Verkehr.“ Weber durfte im Jahr einen Durchsatz von 250000 Tonnen Müll fahren. Operiert wurde mit der Zahl von 60 LKW-Fahrten am Tag.

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