Müssen Eltern Bedarf melden? Kitas rätseln noch vor Neustart am 8. Juni

rnKinderbetreuung

Ab 8. Juni sollen die Kitas in Castrop-Rauxel für alle Kinder öffnen. Seit März liefen sie im Notbetrieb, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden. Aber wie läuft der Neustart?

Castrop-Rauxel

, 26.05.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Tag vor Christi Himmelfahrt öffentlichkeitswirksam verkündete, dass alle Kindertagesstätten am 8. Juni wieder für alle Kinder öffnen, da war das eine der zentralen Corona-Lockerungen in NRW in den vergangenen Wochen.

Neu ist an dieser Situation auch die frühzeitige Ankündigung: Noch sind zwei Wochen Zeit, die Kita-Neuöffnung vorzubereiten. Das ist bei weitem mehr als zuletzt bei manch einer Entscheidung im Hinblick auf die Schulen.

Aber was bedeutet das konkret für die Eltern? Können am 8. Juni einfach alle ihre Kinder wieder in den Kindergarten bringen? Nach jetzigem Informationsstand könnte man die Frage mit einem „Ja, aber...“ beantworten. Denn heute ist noch nicht klar, wie die Öffnung vonstatten gehen soll. Darum verhalten sich alle, die wir auf dieses Thema anfragten, noch zurückhaltend.

Ende des Betretungsverbotes

Die Regelungen, die die Landesregierung verabschiedet hat, sind recht klar: Das Betretungsverbot wird aufgehoben. Der Anspruch auf Kinderbetreuung wird wieder gültig, allerdings mit zehn Betreuungsstunden pro Woche weniger als im gebuchten Umfang. Dazu werden nicht mehr pauschal alle Erzieherinnen ab dem 60. Lebensjahr vom Dienst befreit, sondern nur noch nach Prüfung des individuellen Erkrankungsrisikos der jeweiligen Person.

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Die Stadtverwaltung, die sowohl Trägerin einiger Einrichtungen ist als auch als Jugendamt fungiert, schreibt auf Anfrage unserer Redaktion: „Auf Grundlage der Vorgabe des Landes für die Betreuung in Kitas ab 8. Juni führt die Stadtverwaltung in dieser Woche Gespräche mit den eigenen Einrichtungen und mit den Trägern anderer Einrichtungen.“ Es gehe um die „Ausweitung der Hygienepläne, das Betreuungsangebot und die Mitarbeiterstruktur“.

„Was wird gebraucht?“

Besonders wichtig sei aber, so Pressesprecherin Nicole Fulgenzi, „die Bedarfe bei den Eltern abzufragen und zu ermitteln, was in den nächsten Wochen gebraucht wird und welche Stundenkontingente vorgehalten werden können“. Heißt also, dass bei allen Eltern der Betreuungsbedarf abgefragt wird? Bisher war nach der Landes-Mitteilung davon nicht auszugehen.

Eine Rückfrage darauf blieb bisher unbeantwortet. „Gute Lösungen für Familien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen das Ziel unserer Planungen sein“, erklärte Regina Kleff, für die Kitas zuständige Beigeordnete in Castrop-Rauxel.

Auch bei den Trägern ist nicht klar, wie der Wiederstart aussehen wird. Elisabeth Weyen von den evangelischen Kitas in Herne und Castrop-Rauxel sagt auf Anfrage: „Leider kann ich noch keine detaillierten Antworten geben. Wir müssen uns jede unserer 29 Kitas genau anschauen, um entscheiden zu können, was wie umgesetzt werden kann.“

„Erst dann können wir informieren“

Dazu brauchen man erst die Fachempfehlungen des Ministeriums und einen Austausch mit den Einrichtungsleiterinnen. „Erst dann können wir über die Leitungen Informationen an die Eltern geben“, so Weyen. Und: „Wie lange diese Betreuung dann so anhält, hängt von den Infektionszahlen in den nächsten Wochen ab. Weiterhin wird es immer wieder kurzfristige Anpassungen an die aktuelle Lage geben.“

Den Träger der katholischen Kindertagesstätten, die Kita-Gemeinschaft Östliches Ruhrgebiet aus Dortmund, erreichte am Montag eine „FAQ-Liste zum erweiterten eingeschränkten Regelbetrieb“, so Sprecher Nils Gronemeyer auf Anfrage. „Wir warten derzeit auf weitere Informationen, sodass wir einen konkreten Plan erstellen und uns den Vorgaben entsprechend aufstellen können.“ Zum jetzigen Zeitpunkt lasse „sich leider noch nicht mehr sagen“.

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