Mütter zeigen klare Kante: Überparteilicher Schulkonsens muss jetzt her

rnSchulentwicklung

Zwei Mütter richten einen flammenden Appell an alle Beteiligten in der Schulentwicklung in Castrop-Rauxel. Ihre Forderung: „Tragt die Diskussionen nicht auf dem Rücken der Kinder aus.“

Castrop-Rauxel

, 04.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Mütter und Elternvertreterinnen zeigen in der Diskussion um die Schulentwicklung und die Gründung einer neuen weiterführenden Schule jetzt klare Kante. Und richten einen flammenden Appell an alle Beteiligten.

Kim Dörffer (Wilhelmschule) und Sylvia Schaier (Marktschule) haben einen Offenen Brief geschrieben an sechs Ratsfraktionen, Schuldezernentin Regina Kleff und Beate Kruck von der Schulverwaltung sowie an Schulausschussvorsitzende Katrin Lasser-Moryson (SPD).

„Suchen Sie eine dauerhafte Lösung“

Ihr Appell im Wortlaut: „Tragen Sie diese Diskussionen bitte nicht weiter auf dem Rücken unserer Kinder aus, die die großen Leidtragenden dabei sind. Kommen Sie bitte endlich Ihrer Verantwortung nach, damit die Schulen ihren Bildungsauftrag in Ruhe erfüllen können und beenden Sie die ‚parteipolitischen Spielchen’! Suchen Sie zusammen nach einer dauerhafte Lösung zum Wohle aller Schülerinnen und Schüler dieser Stadt.“

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In ihrer Einleitung schreiben die beiden Frauen: „Als Mütter und Elternvertreterinnen der Grundschulen Wilhelmschule und Marktschule Ickern verfolgen wir seit geraumer Zeit unter anderem die politische Debatte über die Gründung einer neuen weiterführenden Schule. Leider wurde gerade in der Schulpolitik in Castrop-Rauxel in den letzten Jahrzehnten viel Porzellan zerschlagen.“

Verweis auf die jüngste Schulgeschichte

Sie verweisen hier darauf, dass Mitte der 80er Jahre das EBG der Gesamtschule habe weichen sollen. Vor nicht allzu langer Zeit seien die Schließungen der Hauptschulen und der Gesamtschule in Ickern beschlossen worden. Und der Erhalt der FNR seit nur dem damaligen Bürgerentscheid zu verdanken.

„Auch einige Grundschulen waren von den Schließungen betroffen, nur um jetzt festzustellen, dass das Schulangebot unser Stadt nicht ausreichend ist, um alle SchülerInnen dieser Stadt mit einem ausgewogenen und für jedes einzelne Kind passende Schulangebot zu versorgen,“ heißt es weiter.

Eine Konsequenz sei eine deutlich spürbare Abwanderung von Schülerinnen und Schüler in umliegende Städte. Wie groß das Interesse der Eltern an einer weiteren weiterführenden Schule in Castrop-Rauxel sei, zeige sich jedoch in der großen Resonanz auf die von der Stadt durchgeführte Umfrage.

Fakt sei jedenfalls, dass es an einer zusätzlichen weiterführenden Schule fehlt.

„Hin und Her in der Schulpolitik muss ein Ende haben“

Wörtlich heißt es weiter: „Es ist nicht immer leicht, die richtige Schulwahl nach der Grundschule für sein Kind zu treffen. Es wäre für uns Eltern zum einen beruhigender zu wissen, wenn bereits bei der Anmeldung zu einer weiterführenden Schule sicher wäre, dass das Kind dort auch angenommen wird.“

Es sei aber auch wichtig, dass Kinder, die den eingeschlagenen Bildungsweg korrigieren müssen, „trotzdem noch eine Chance haben, diesen auf einer anderen Schule in Castrop-Rauxel vernünftig fortzusetzen und zu einem positiven Abschluss zu bringen“.

Das Hin und Her in der Schulpolitik müsse aus ihrer Sicht endlich ein Ende haben: „Wir sind der Meinung, dass es jetzt möglichst schnell zu einem überparteilichen Schulkonsens (Schulfrieden) kommen muss, damit wie seitens der Stadt zunächst angedacht, bereits für die jetzigen Drittklässler die im Frühjahr 2021 zu treffende Schulwahl erleichtert wird.“

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Danach sollte sich wieder intensiver um die vielfältigen anderen Probleme in den Schulen gekümmert werden, um zu verhindern, dass die Qualität in den Schulen (z.B. durch zu hohe Schülerzahlen in den Klassen) insgesamt noch weiter abnehme.

Über den finalen Lösungsvorschlag der interfraktionellen Arbeitsgruppe zum Schulthema soll im Schulausschuss am 19. September entschieden werden. An der Umfrage der Stadt zu den weiterführenden Schulen hatten sich über 1000 Eltern beteiligt.

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