Ute Lüdke, Rektorin der Marktschule, hatte im Vorfeld der Impfaktion einiges an Organisations-Arbeit. Im Lehrerzimmer überwog auch am Dienstag die positive Stimmung, berichtete sie. © Tobias Weckenbrock
Coronavirus

„Mulmiges Gefühl“ nach Impfung mit Astrazeneca – Lehrerin: Jetzt ist es drin

Nach dem verhängten Impfstopp für den Astrazeneca-Impfstoff am Montag ist die Lage in geimpften Schulkollegien offenbar von mulmigen Gefühlen geprägt. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

Hunderte Mitarbeiter von Grundschulen in Castrop-Rauxel sind am Freitag gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Beteiligung war groß, die Stimmung unter den Geimpften von Erleichterung geprägt. Am Montag (15.3.) fiel eine Handvoll Lehrer aufgrund der Impfreaktionen noch krank aus. Und am Nachmittag kam dann die Meldung vom bundesweiten Impfstopp mit dem verabreichten Mittel von Astrazeneca.

Was macht das mit den frisch damit geimpften Personen? „Einige Kollegen und Kolleginnen haben schon ein mulmiges Gefühl, das muss man sagen“, sagt Karin Gaudigs aus Henrichenburg am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. „Ich habe keines, ich vertraue da den Forschern. Aber ich kann dieses mulmige Gefühl verstehen. Die Situation ist schon unbefriedigend.“

Schreiben des Kreises Recklinghausen: 10 bis 14 Tage warten

Wie die Grundschule Alter Garten, die sie als Rektorin leitet, erhielten alle Grundschulen im Kreis Recklinghausen gegen 8 Uhr ein Schreiben vom Kreis Recklinghausen per Mail. In dem heißt es, dass man in 10 bis 14 Tagen wisse, wie es weiter geht. Darin ist vom sofortigen Aussetzen der geplanten Impfungen durch mobile Teams die Rede. „Aufgrund der Meldung des PEI ist unklar, ob die von Ihnen geplante Impfung stattfinden kann“, schreibt Barbara Gerdes, Leiterin des Kreis-Schulamtes .

„Die Daten werden von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA bewertet. Bis dahin werden die Impfungen in Deutschland ausgesetzt. Die Entscheidung betrifft die Erst- und die Folgeimpfungen“, schreibt Barbara Gerdes weiter. Nach derzeitigem Stand werde die Prüfung 10 bis 14 Tage dauern. „Die Lieferung eines Ersatzimpfstoffs ist nicht möglich. Sobald die Informationslage klarer ist, werden wir uns unaufgefordert an Sie wenden.“

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Corona-Impftag an der Marktschule

Während die Grundschule Alter Garten einem Termin zur Zweitimpfung in rund zwölf Wochen entgegen sieht, gibt es auch Schulen, die kommenden Freitag impfen lassen wollten. Die müssen nun erstmal warten.

„Wir wussten ja von den Nebenwirkungen“

Ute Lüdke von der Marktschule berichtet, dass alle, die sich Montag krank gemeldet hatten, wieder im Dienst seien. Sie sagte Dienstagmittag: „Wir sind froh, wir wussten ja von den Nebenwirkungen. Dr. Holger Knapp hatte darauf hingewiesen. Er sagte ja auch, dass eine Thrombose-Gefahr allein dadurch entstehe, dass man am Wochenende viel gelegen habe. Aber bei uns hat keiner diese Beschwerden.“

Man sehe gelassen der Prüfung der EMA entgegen und hoffe, dass es dann bald mit der zweiten Impfung weiter geht. Eine Kollegin an der Marktschule habe am Morgen gesagt: „Jetzt haben wir es drin.“ Ute Lüdke meinte: „Wir sind bald geschützt vor schweren Verläufen, wir haben keine Blutgerinnsel und bekommen hoffentlich auch keine.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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