Multikulturelles Kochen im Agora-Zentrum

ICKERN Peperoni, Oliven, Fetakäse und Tomaten sind feste Bestandteile eines Kurses im Agora-Zentrum. Jeden Dienstag treffen sich dort deutsche und griechische Frauen um gemeinsam zu kochen.

von Von Stefanie Brüning

, 02.01.2009, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die deutsch-griechische Kochgruppe von Stella Ananiadou bereitet jeden Dienstag ein gemeinsames Mittagessen nach traditionellen griechischen Rezepten zu.

Die deutsch-griechische Kochgruppe von Stella Ananiadou bereitet jeden Dienstag ein gemeinsames Mittagessen nach traditionellen griechischen Rezepten zu.

Dienstags morgens treffen sich dort die Teilnehmer ihrer Kochgruppe um zu lernen, wie man Suflaki, Moussaka und andere griechische Traditions-Gerichte zubereitet. „Wir haben gedacht, es dauert nur einen Kurs lang,“ erinnert sich Margret Zimmermann, „aber dann wurde es immer schöner.“ Die meisten hatten von dem Kochkurs aus der Zeitung oder von Bekannten erfahren, gingen aus Neugier mal hin und blieben schließlich. Freundschaften entstanden, und inzwischen treffen sie sich auch außerhalb der Küche zu gemeinsamen Unternehmungen. „Wir sind wie eine Familie“, sind sie sich einig. Auch Geburtstage werden gemeinsam mit Sekt und Kuchen gefeiert. „Griechisch, deutsch - alle zusammen“, freut sich Stella Ananiadou.

Tiropita soll es diesmal geben: Blätterteig mit Schafskäsefüllung. Dazu werden nur wenige Helfer in der Küche gebraucht. Der Rest der Gruppe vertreibt sich die Zeit mit Kartenspiel und Kaffeetrinken. Derweil knetet Stella Ananiadou energisch Mehl, Wasser, Öl, und Salz mit den Händen durch, bis aus der klumpigen weißen Masse ein geschmeidiger Teig geworden ist. „Ich brauche das-“ sie sucht nach dem richtigen Wort, macht eine rollende Bewegung mit der Hand. „Ach, den Stock“, verstehen die Frauen und reichen ihr das Rundholz. Mit fließenden Massage-ähnlichen Bewegungen walzt sie handliche Teigballen millimeterdünn. Wie ein weiches Tuch wellt sich der Teig auf das runde Backtablett, bevor ihn die Frauen mit Eigelb bestreichen und flockenweise mit Fetakäse bestreuen. So geht es Schicht um Schicht, und alle schauen Stella Ananiadou staunend beim Ausrollen zu.

„Das kriege ich nie so dünn!“ ist Gudrun Herbst beeindruckt. Trude Schmidt schüttelt den Kopf „So`n Theater würde ich nicht nicht machen! So einen Teig würde ich lieber kaufen.“ Für Stella Ananiadou käme das nicht in Frage, selbstgemacht schmecke das schon anders. Doch mit ihrer jahrzehntelangen Koch-Erfahrung geht das alles „zack, zack“. Im Alter von acht Jahren stand Stella Ananiadou zum ersten Mal am Herd, und „wenn meine Mutter krank war, habe ich gekocht, und Brot gebacken“ erinnert sie sich. Heute hat sie selbst eine große Familie „Drei Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel“, erzählt sie stolz. Die Frauen interessieren die griechischen Weihnachtsbräuche „Schenkt ihr euch Heiligabend auch was?“ und „Was esst ihr?“ sind ihre Fragen. Stella Ananiadou erzählt, dass sie mit der Familie griechische Kuchen backen. In einem wird ein goldenes Schmuckstück versteckt, und „wer das findet, ist ein glücklicher Mensch“, erklärt sie.

Um zwölf Uhr ist es dann so weit: Goldgelb glänzt der Blätterteig, als er aus dem Ofen kommt. Zusammen mit Salat und Tsatsiki wird alles zum Buffet aufgebaut. Die Köchinnen und ihre Gäste bedienen sich, und nach einer halben Stunde ist es beinahe leer. Für Gudrun Herbst ist das keine Überraschung „Wir können nicht nur gut kochen, sondern auch gut essen.“ 

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