Muss ein im Garten begrabener Hund wieder ausgegraben werden?

rnNachbarstreit

Das hat das Amtsgericht auch nicht jede Tag zu verhandeln: Es gibt Ärger um ein Tiergrab im Gemeinschaftsgarten einer Eigentümergemeinschaft. Muss der Hund wieder ausgegraben werden?

Castrop-Rauxel

, 24.02.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hundeleiche muss raus! Mit dieser Forderung trug der Anwalt von drei Eigentümern einer insgesamt zwölf Parteien umfassenden Wohnanlage Freitag im Amtsgericht das Anliegen seiner Mandanten vor.

Diese wehren sich gegen ein Grab im Gemeinschaftsgarten der Anlage. Seit letztem Sommer liegt dort ein Schäferhund-Mischling begraben. Das Begräbnis hatte eine Bewohnerin zunächst ohne Absprache mit den anderen vollzogen, danach aber in einer Eigentümerversammlung mehrheitlich die Zustimmung dafür erhalten.

Drei Parteien fechten die Bestattung an

Aber eben nicht von allen. Drei fochten den Beschluss an und stellten nun die Zivilrichterin vor eine besondere Herausforderung. Es gebe bislang keinen vergleichbaren Fall in der Rechtssprechung und auch keine konkreten Rechtsvorschriften, so die Richterin.

Der Fall wirft zwei Fragen auf: Wie ist die Bestattung auf dem der Gemeinschaft zur Verfügung stehenden Grund aus ethischer Sicht zu bewerten und inwieweit schränkt dieses Tiergrab die Nutzbarkeit der Gemeinschaftsfläche ein? „Vorher Blümchen, nachher Blümchen“, fasste der Anwalt der Eigentümer-Mehrheit die Lage zusammen. Zudem sei der Tierleichnam in vorgeschriebener Tiefe bestattet. Was die Frage aufwarf, inwieweit eine unterirdische Nutzung eine bauliche Veränderung darstellt.

„Wir können da nicht drüber gehen, wir laufen drumherum“

Aus emotionaler Sicht betrachtet, ist die Veränderung erheblich: „Wir können da nicht drüber gehen, wir laufen drumherum“, schilderte einer der Kläger sein Ekelgefühl. Zu den zahlreichen Fragen, die im Raum standen, gesellte sich ein weiterer Aspekt – die mögliche Umbettung des verstorbenen Haustiers. Auf den Teil des Gartens, der per Sondernutzungsrecht einer Erdgeschosswohnung zugeschlagen ist und einem Familienangehörigen der Hundehalterin gehört.

Antworten gab es nicht. Auch keine gütliche Einigung. Deshalb wird die Richterin alle Fakten prüfen und in drei Wochen ihr Urteil fällen. Egal, ob die Klage abgewiesen wird oder nicht, es könnte ein langer Weg werden, der dann in nächster Instanz das Landgericht beschäftigen würde.

Darf ich meinen Hund im Garten bestatten?

  • Hunde im eigenen Garten zu bestatten, ist grundsätzlich nicht verboten. Allerdings sind Bestimmungen einzuhalten.
  • Das Grundstück darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen.
  • Zu öffentlichen Wegen muss ein Abstand von ein bis zwei Metern eingehalten werden.
  • Das Grab muss mindestens 60 Zentimeter tief ausgehoben werden.
  • Es darf kein Behältnis verwendet werden, das nur langsam verrottet. Empfohlen werden Decke oder Laken.
  • Die Todesursache des Tieres darf keine meldepflichtige Krankheit sein.
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