Nach Hundebiss: Halterin muss zahlen

Achtjähriges Mädchen verletzt

Weil einer ihrer Border Collies ein achtjähriges Mädchen gebissen hat, ist eine Hundehalterin aus Castrop-Rauxel zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Tier hatte sein Opfer bei voller Fahrt auf dem Fahrrad erwischt. Obwohl der Hund laut Halterin an der Leine gewesen sein soll.

CASTROP-RAUXEL

, 22.03.2017, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den 20. August wird die Achtjährige nie vergessen. Als sie an diesem Tag gegen Mittag wie so oft über einen schmalen Radweg fuhr, der hinter Gärten entlang führt, wurde sie von einem Border Collie angefallen und in den rechten Unterschenkel gebissen. Die Narben sind eine bleibende Erinnerung an diesen Tag, der Schock wird noch immer, mehr als ein halbes Jahr später, mit Hilfe einer Psychologin aufgearbeitet.

Am Dienstag musste sich die Hundehalterin wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. „Ich wollte, wie immer, mit meinen drei Border Collies das Grundstück durch das Gartentor verlassen, hatte die Hunde angeleint und besonders kurz gefasst“, schilderte sie den Schritt vom Gartentor Richtung Radweg.

Ein Weg, den sie regelmäßig nahm, doch an diesem Tag sei just in dem Augenblick das kleine Mädchen mit dem Fahrrad vorbeigesaust. Einer der Hunde habe einen Satz gemacht und das Kind erwischt. „Es tut mir unendlich leid, aber der Hund war wirklich an der Leine.“

Drei Hunde an der Leine

Das nahm der Richter zum Anlass zur Frage, ob drei Hunde gleichzeitig wirklich zu halten seien oder ob sich die Halterin vielleicht überschätze. Denn nach Schilderung der Mutter des Opfers, die mit ihrem Fahrrad folgte, sei die Leine des Hundes über den Boden geschleift, als der Collie hervorgeschossen kam, die beiden anderen hätte die Frau an der Leine gehalten.

Das verletzte Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht, die beiden Bissstellen wurden genäht. Neben diesen Schmerzen habe das Schreckenserlebnis ihre Tochter bis in den Schlaf verfolgt, sie sei häufig schreiend aufgewacht. Und den Fahrradweg würde sie bis heute meiden. Ein Albtraum, den auch das Schmerzensgeld nicht lindern kann, das die Haftpflichtversicherung der Hundehalterin bereit ist zu zahlen.

Zahlung an das Kinderhospiz

Dem Kind wurde eine Zeugenanhörung erspart, doch die Mutter erklärte, dass sie, auf Anraten der Psychologin, Gerechtigkeit erfahren wolle. Sprich: ein Urteil. Das fällte der Richter und ging damit mit dem Vorschlag des Staatsanwalts konform. Er verhängte eine Geldstrafe über 900 Euro zur Bewährung und machte eine Zahlung von 600 Euro an das Dattelner Kinderhospiz zur Auflage. Wird das ordnungsgemäß gezahlt, wird die Geldstrafe hinfällig.

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