Bis auf ein paar Papiere ist alles in der Wohnung von Familie Märten und Renner abgebrannt. © Privat
Brand

Nach Wohnungsbrand: Castrop-Rauxeler Familie „steht vor dem Nichts“

Die Wohnung der Castrop-Rauxeler Familie Märten und Renner ist am Montag (22.11.) abgebrannt und seitdem unbewohnbar. Auf Facebook haben Angehörige zu Sach- und Geldspenden aufgerufen.

Jastina Märten ist mit ihrem einjährigen Sohn gerade in der Kinderklinik, als sie den Anruf von ihrer besten Freundin bekommt. Die Nachricht: Ihre Wohnung in der Römerstraße brennt.

„Es war ein großer Schock“, erzählt die 25-jährige Mutter. „Ich habe angefangen zu heulen und am ganzen Körper gezittert.“ Mit ihrem Sohn fährt Jastina Märten zuerst zur Großmutter, damit der kleine Junge nichts von dem Brand mitbekommt. An ihrer Wohnung kommt sie erst an, als alles schon abgebrannt ist.

Übrig bleiben nur ein paar Papiere

Gegen 13.30 Uhr wird die Feuerwehr am Montag (22.11.) zur Wohnung von Familie Märten und Renner nach Habinghorst gerufen. Rauch dringt aus den Fenstern im Obergeschoss des Hauses. Die Feuerwehr vermutet zuerst, dass Personen in der Wohnung sein könnten. Glücklicherweise ist aber niemand zu Hause.

Eine Stunde lang ist die Feuerwehr im Einsatz, die Römerstraße muss gesperrt werden. Nach dem Einsatz bleibt von den Habseligkeiten der Familie nicht mehr viel übrig. Nur ein paar Papiere kann Jastina Märten aus der Asche retten, darunter die Kinderuntersuchungshefte und einige Arbeitsunterlagen. Sonst nichts.

„Die Familie steht vor dem Nichts“, sagt Melanie Richter, die Schwester von Jastinas Verlobtem Stefan Renner. Die Wohnung ist bis auf Weiteres unbewohnbar. „Alles ist schwarz und voller Ruß“, erzählt Jastina Märten. „Die Küche ist komplett zerstört.“

Seit dem Brand wohnt Jastina Märten mit ihrer Familie bei ihrer Schwägerin. Ihre zwei Kinder können die Situation nicht verstehen. „Meine vierjährige Tochter hat viele Fragen gestellt, wo ihre Sachen sind“, erzählt Jastina. „Die Kleine versteht das alles nicht.“

Große Spendenaktion auf Facebook

Zum Glück sind Jastina Märten und ihre Familie aber nicht auf sich allein gestellt. Um ihren Angehörigen zu helfen, hat Melanie Richter zusammen mit anderen Angehörigen eine Spendenaktion auf Facebook gestartet – mit Erfolg.

Zahlreiche Spielsachen, kistenweise Handtücher und Kleidung für die Kinder sind gespendet worden. Dazu 230 Euro Geldspenden. „Ich bin total überwältigt, dass es so viele Menschen gibt, die etwas spenden“, sagt Melanie Richter.

Jede Menge Kleidung und Spielzeug hat die Familie von Castrop-Rauxelern erhalten. © Privat © Privat

Noch Montagabend sind Familienangehörige quer durch Castrop-Rauxel gefahren, um die ersten Spenden einzusammeln. „Wir sind mehr als genug eingedeckt“, erzählt Jastina Märten. „Wir haben einen Riesenkarton mit neuem Spielzeug.“

Märten ist von der Hilfsbereitschaft berührt. Gleichzeitig fühlt sie sich in der Situation aber auch unwohl. „Es ist mir unangenehm, so viel anzunehmen“, findet sie.

Auch einige Castrop-Rauxeler Geschäfte steuern Sachspenden für die Familie bei, unter anderem der Spielzeugladen PHD Kinderwelt, der Kinderschuhladen Bääähm und Ikea. Unter den Geschenken sind Adventskalender, Sorgenfresserchen und Winterschuhe. Das Möbelhaus Hardeck hat der Familie Sonderkonditionen für den Einkauf versprochen.

Neue Wohnung steht schon fest

Die Brandursache ist laut Angaben der Polizei Recklinghausen noch nicht geklärt. Melanie Richter erzählt aber, dass ein Küchenbrand vermutet wird. Der Schaden ist hoch – 100.000 Euro schätzt die Polizei.

Eine neue Wohnung muss die Familie zum Glück nicht mehr suchen. Denn ein Umzug im Januar war schon vor dem Brand geplant, die jetzt abgebrannte Wohnung bereits gekündigt.

Bis zum Umzug wohnt Jastina Märten weiterhin bei ihrer Schwägerin. Die Vermieterin der neuen Wohnung wolle sie aber eventuell etwas früher in einziehen lassen. Die Familie fühlt sich bei der Schwägerin wohl. Aber: „Es ist schöner, sein eigenes Zuhause zu haben“, sagt Jastina Märten.

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