Wo hapert es bei Rad- und Fußwegen? Bürger können Kritik äußern

rnNahmobilitätskonzept

Mehr Fahrräder und Fußgänger auf den Straßen und weniger Autos - das hätte die Stadt Castrop-Rauxel gern. Doch ihr Nahmobilitätskonzept wird später fertig als geplant.

Castrop-Rauxel

, 20.08.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um ihrem Ziel nach mehr umweltfreundlicher Mobilität näher zu kommen, würde Castrop-Rauxel gern in die „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“ (AGFS) aufgenommen werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist die Entwicklung eines Nahmobilitätskonzepts.

Die städtischen Verkehrsplaner wollen hierfür vor allem auch wissen, was die Bürger am Rad- und Fußwegenetz stört. Bei einer Fahrradexkursion am Freitag (21. August) und einem Planungsspaziergang am 27. August (Donnerstag) können Interessierte ihre Anregungen und Wünsche äußern.

Umsetzung des Ratsbeschlusses

Schon im Jahr 2017 beschloss der Rat, sich um die Aufnahme in die AGFS zu bewerben. Der Startschuss für das Projekt fiel dann im Juni letzten Jahres in der Bürgerwerkstatt „Nahmobilitätskonzept“. André Sternemann, städtischer Verkehrsplaner und verantwortlich für den Nahmobilitätsbereich, sowie Vertreter der an der Entwicklung des Konzepts beteiligten Planungsbüros aus Köln und Dortmund erläuterten die weiteren Schritte.

Caroline Huth vom Planungsbüro nahm im Rahmen der Bürgerwerkstatt Anregungen interessierter Bürger entgegen.

Caroline Huth vom Planungsbüro nahm im Rahmen der Bürgerwerkstatt Anregungen interessierter Bürger entgegen. © Dieter Düwel

Die ursprüngliche Planung sah vor, nach einer Bestandsaufnahme des Castrop-Rauxeler Straßennetzes im Herbst 2019 das Konzept bis Ende März 2020 fertigzustellen. Allerdings machten schlechte Witterungsverhältnisse und die Corona-Krise den Planern einen Strich durch die Rechnung, heißt es. Und so kam es zu Verzögerungen.

Fahrradexkursion und Planungsspaziergang

Nun scheint es aber voran zu gehen: Die eigentlich für letzten Dezember geplante Planungsfahrradfahrt ist nun am Freitag, 21. August, und wird etwas zwei bis zweieinhalb Stunden dauern. Treffpunkt ist der Forumsplatz. Los geht’s um 16.30 Uhr. In der ersten Stunde werden Straßen im Norden der Stadt inspiziert. Die Tour endet am Hauptbahnhof in Rauxel. Hier können die Bürger die Fahrt beenden oder weiter in den südlichen Teil der Stadt fahren, wo es über Schwerin dann zum Endpunkt in die Altstadt geht.

Interessierte Radler haben die Gelegenheit, ihre Kritik, ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge direkt vor Ort zu äußern. Wie der große Fahrradwege-Check unserer Redaktion im letzten Jahr ergab, besteht vor allem erheblicher Verbesserungsbedarf bei den Radwegen der beiden Nord-Süd-Achsen Bahnhof-/Wartburgstraße und B 235. Hier laufen Fahrradfahrer zum Teil Gefahr, mit Autos oder Fußgängern zu kollidieren.

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Der Planungsspaziergang ist am 27. August ab 17.30 Uhr. Treffpunkt wird die Lutherkirche an der Wittener Straße / Ecke Bennertor sein. Eine bis anderthalb Stunden lang können Fußgänger hauptsächlich den Altstadtbereich unter die Lupe nehmen.

Gleichberechtigter Fuß- und Radverkehr

Auch wenn Fahrt und Spaziergang lange verschoben werden mussten - Stadtbaurätin Bettina Lenort erklärt, dass in den letzten Monaten dennoch intensiv am Nahmobilitätskonzept weitergearbeitet worden sei. Sie bedauert, dass „die beiden Beteiligungsformate Bürgerradtour und Planungsspaziergang, deren Ergebnisse in das Gesamtkonzept miteinfließen sollen, coronabedingt nicht im Frühjahr stattfinden konnten. Aber jetzt freuen wir uns umso mehr auf die Touren gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und auf den persönlichen Austausch.“

Auch die Vorsitzende des Umweltausschusses, Notburga Henke (Bündnis90 /Die Grünen), ist erleichtert, dass das Nahmobilitätskonzept noch in diesem Jahr fertig gestellt werden kann: „Die Maßnahmen für eine menschenfreundliche Mobilität sollten kurz- bis langfristig umgesetzt werden. Eine Gleichberechtigung von Fuß- und Radverkehr und dem Autoverkehr wird dann möglich sein.“