Name von Beisenherz für Betrugsmasche missbraucht

Vor dem Landgericht Bochum

Eine skrupellose Betrugsserie beschäftigt seit Montag das Bochumer Landgericht. Zwei Männer aus Herne sollen für kriminelle Karten-Geschäfte bei Ebay in Serie die Namen von Lokalpolitikern und Toten verwendet haben – auch der Name von Ex-Bürgermeister Johannes Beisenherz wurde danach missbraucht.

CASTROP-RAUXEL

02.05.2016, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Begehrte Waren, seriöse Namen, präparierte Briefkästen: Neben dem Namen von Johannes Beisenherz sollen die mutmaßlichen Betrüger (Vater und Stiefsohn) unter anderem auch den Namen von Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda für Ebay-Auktionen verwendet haben.

Laut Anklage erstellten sie bei Ebay erst Accounts mit den Benutzernamen „jobeis“ und „dudda1963“. Dann kauften oder verkauften sie darüber in Serie Tickets für Top-Spiele von Schalke 04, Bayern München oder Dortmund.

Für die Bezahlung der Karten soll das Duo (28, 46) regelmäßig fremde oder ebenfalls selbst manipulierte PayPal-Konten missbraucht haben. Geliefert wurden die Karten in aller Regel an leer stehende Wohnungen. So bekam Ex-Bürgermeister Johannes Beisenherz laut Anklage Mitte April 2013 gleich zweimal nacheinander Fußballtickets an eine Anschrift im Herne-Eickel gesendet.

Angeklagte schweigen bislang

Um die „Lokalpolitiker-Post“ mühelos abfangen zu können, sollen die Angeklagten zuvor die Briefkästen extra mit alten Zeitungen gefüllt und draußen die Namen der vermeintlichen Besteller aufgeklebt haben. Nach Erhalt der Fußballkarten sollen sie sie per Kleinanzeigen an Dritte weiterverkauft haben.

Angeklagt sind insgesamt 40 mutmaßliche Betrugsfälle. Neben den Namen von mehreren Lokalpolitikern sollen die Angeklagten auch häufig verfälschte Ebay- oder PayPal-Accounts auf die Namen von kürzlich Verstorbenen eröffnet und missbraucht haben. Zum Prozessauftakt vor der 2. Wirtschaftsstrafkammer haben sich die Angeklagten vorerst noch nicht geäußert.  

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