Neue Hoffnung für Henrichenburger Kita-Gegner

Gespräche angekündigt

Die Gegner eines Kindergarten-Neubaus auf dem früheren Friedhof in Henrichenburg können wieder Hoffnung schöpfen. Anwohner Frank Boente erhielt die Zusage der Grünen-Politikerin Notburga Henke, alle Akteure noch einmal an einem Runden Tisch zusammen bringen zu wollen. Leonore Schröder will den Denkmalschutz für das Grundstück derweil per Petition durchsetzen.

HENRICHENBURG

, 27.08.2015, 11:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neue Hoffnung für Henrichenburger Kita-Gegner

Emotionales, aber auch konstruktives Gespräch: Hauseigentümer Frank Boente (r.) und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Bert Wagener im Dialog um die mächtige Blutbuche, deren Zukunft Boente bei Aufrechterhaltung der Baupläne in Gefahr sieht.

Bei einem Ortstermin am Mittwoch mit Notburga Henke und dem Grünen-Fraktionschef Bert Wagener sowie dem Chef des Grünflächenamtes, Klaus Breuer, ging es vordergründig um eine über 100 Jahre alte Blutbuche, die bei den jetzigen Bebauungsplänen gefährdet wäre. Umweltausschuss-Chefin Henke erklärte am Ende des Gesprächs ihre Bereitschaft, sämtliche beteiligten Parteien noch einmal zu einem Runden Tisch einzuladen. Wie sie auf Nachfragen versicherte, solle es dabei nicht nur darum gehen, den wertvollen Baum zu erhalten, sondern auch die Alternativ-Vorschläge der Standort-Gegner noch einmal ernsthaft zu überprüfen.

Entscheidung erst im Winter

Bereits Ende Juli hatte sich Leonore Schröder mit einer Online-Petition an den zuständigen Fachausschuss des Landtages gewandt, da sie die Ablehnung ihres Antrages auf Unterschutzstellung des Geländes durch die Obere Denkmalbehörde in Recklinghausen nicht hinnehmen will. Entschieden wird über den Antrag nicht vor November, mit großer Wahrscheinlichkeit nach Aktenlage.

Die Gründe, die zur Ablehnung geführt haben, weist Schröder Punkt für Punkt zurück. So hätten ähnliche Hochkreuze wie das in Henrichenburg, das von der Denkmalbehörde als „serielles Produkt“ eingestuft worden war, im Bistum Münster Denkmalschutz erhalten. Auch dass die die Denkmaleigenschaft eines Objektes „substanzgebunden“ sein müsse, überzeugt die Henrichenburger Antragstellerin nicht. Sie verwies dabei auf das Kulturdenkmal ehemalige Burg Henrichenburg, wo bekanntlich nur noch Hecken den früheren Grundriss nachzeichnen.

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Um den Neubau des AWo-Kindergartens gibt es seit Monaten Auseinandersetzungen. Während die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Grundstücks, die Stadtverwaltung, die AWo, die meisten Mütter sowie der potenzielle Investor, die Steinfurter Investorengruppe BIB, sich über einen Neubau auf dem entwidmeten Friedhofsgelände einig sind, lehnen CDU, Anwohner und weitere Henrichenburger mit Bezug zu dem Gelände den erforderlichen Neubau der Einrichtung an diesem Standort ab.  

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