Neuer Name für das Naherholungsgebiet an der grün-blauen Emscher

Hochwasser-Rückhaltebecken

„Hochwasser-Rückhaltebecken“: Das klingt sperrig. Ein Wettbewerb sollte das ändern. Nun steht der Name des ökologischen Kleinods fest. Er verdeutlicht den Charakter der Landschaft am Fluss.

Mengede, Castrop-Rauxel, Ickern

, 20.08.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das technische Bauwerk zum Hochwasserschutz an der Stadtgrenze von Dortmund und Castrop-Rauxel hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt.

Das technische Bauwerk zum Hochwasserschutz an der Stadtgrenze von Dortmund und Castrop-Rauxel hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. © Jörg Saborowski

Das Naherholungsgebiet im Emschertal an der Stadtgrenze von Dortmund und Castrop-Rauxel ist 33 Hektar groß – das entspricht einer Fläche von 46 Fußballfeldern. Im Hochwasserfall kann es 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen beziehungsweise mehr als 1 Milliarde Liter. Und schützt damit die Städte emscherabwärts vor Überflutungen. „Hochwasser-Rückhaltebecken“ hieß es bislang – etwas sperrig und eher technisch.

Im Frühjahr riefen darum die beiden Städte Dortmund und Castrop-Rauxel und die Emschergenossenschaft einen Wettbewerb aus. Die Bevölkerung sollte Vorschläge für einen attraktiveren Namen machen. 80 Einsendungen gingen bei der Emschergenossenschaft ein. Eine Jury hat den neuen Namen ausgewählt: „Emscher-Auen“ heißt das ökologische Kleinod künftig.

Flussumbau für Naherholung und Tourismus

Am Mittwoch (19.8.) haben Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau, Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja und Prof. Dr. Uli Pätzel, der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft, das Votum bekannt gegeben.

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In der Jury saßen Vertreter beider Städte, der Emschergenossenschaft sowie von Vereinen und Projekten, darunter „Mein Ickern“ und das Dortmunder Projekt „nordwärts“.

„Das ist es, was uns als Emschergenossenschaft ausmacht: Wir denken über Stadtgrenzen hinaus und bringen dabei Menschen und Ideen zusammen. Partizipation ist uns beim Emscher-Umbau sehr wichtig, daher haben wir uns über die Idee aus der Bevölkerung für den Namenswettbewerb sehr gefreut“, sagt Uli Paetzel.

Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja (l.), Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft (4. v.l.), und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (3.v.r.) lüfteten mit weiteren Jurymitgliedern ein gut gehütetes Geheimnis. Der neue Name für das Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel lautet Emscher-Auen.

Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja (l.), Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft (4. v.l.), und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (3.v.r.) lüfteten mit weiteren Jurymitgliedern ein gut gehütetes Geheimnis. Der neue Name für das Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel lautet Emscher-Auen. © Simone Stickeln

Der Flussumbau schaffe die Bühne für weitaus größere Mehrwehrt-Effekte: Radwege, Naherholung, Tourismus und vieles mehr, so der Vorstandsvorsitzende weiter. „Wir schaffen mit dem Emscher-Umbau grün-blaue Infrastrukturen, die es zu erfahren und zu erleben gilt.“

Areal ist ein idyllisches Naherholungsgebiet

Das Areal an der Stadtgrenze – ein Paradebeispiel. „Es handelt sich hierbei zwar um eine technische Hochwasserschutzeinrichtung. Für die Menschen aber ist dies ein idyllisches Naherholungsgebiet – und das, obwohl die Emscher hier noch gar nicht vollständig abwasserfrei ist“, sagt Ullrich Sierau.

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„Daran zeigt sich aber auch die hohe Akzeptanz der Menschen für das Generationenprojekt Emscher-Umbau.“

Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja stimmt ihm zu: „Die Emscher als blaues Band der Region stiftet Identität und symbolisiert den Strukturwandel in der Region. Das spiegelt sich in der Begeisterung der Menschen für dieses Areal wider. Der Emscher-Umbau ist ein Gewinn für die Städte im Revier.“

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In Castrop-Rauxel entsteht in den kommenden zwei Jahren ein Natur- und Wasser-Erlebnis-Park mit einer renaturierten Emscher und einem neuen Suderwicher Bach, Radwege und Weinberge inklusive.

Was sind Auen?

Als Auen bezeichnet man die von wechselnden Hoch- und Niedrigwasser geprägten Niederungen entlang eines Baches oder Flusses – ein passender Begriff für das Hochwasser-Rückhaltebecken.
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