Neuer Schwellenwert bei Corona-Infektionen in Castrop-Rauxel erreicht

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Die Zahl der Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen ist um 27 gestiegen. In Castrop-Rauxel hat die Zahl der Genesenen eine neue Schwelle erreicht. Probleme gibt es in der Nachbarschaft.

Castrop-Rauxel

, 21.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei neu gemeldete Corona-Infektionen in Castrop-Rauxel übers Wochenende bedeuten: 220 Menschen waren oder sind in der Europastadt schon nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 15 Personen davon gelten derzeit (Stand: Montag, 21.9.) als erkrankt oder akut infiziert.

Ist in der Corona-Pandemie von Schwellenwerten die Rede, sind diese meist negativ konnotiert, dass die Zahl der Genesenen in Castrop-Rauxel jetzt eine Schwelle erreicht hat, ist hingegen eine erfreuliche Nachricht: Weil zwei Menschen am Montag als genesen gemeldet wurden, liegt die Zahl derer, die seit März eine Coronavirus-Infektion durchlaufen und daran nicht gestorben sind, bei 200.

Wann werden Infizierte als Genesen gemeldet?

Nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts gilt als genesen, wer infiziert war und von dem zwei Wochen später keine akute Behandlung an einer Covid-19-Erkrankung vorliegt. Das Kreis-Gesundheitsamt hier geht genauer vor: Es bleibt laut Sprecherin Lena Heimers mit den Erkrankten in Kontakt, auch um eine Quarantäne bei Bedarf über 14 Tage hinaus zu verlängern. Wer noch Symptome hat, der muss weiter zu Hause zu bleiben und bleibt in der Erkrankten-Statistik. Genesen ist, wer – frühestens 14 Tage nach der Infektion – symptomfrei ist.

Spezifische Zahlen im Überblick:

Die Inzidenz für Castrop-Rauxel (Neu-Infizierte in den letzten sieben Tagen je 100.000 Einwohner) liegt bei 8,8. Das ist weitaus weniger als im gesamten Kreis Recklinghausen: Dort liegt die Ziffer bei 14,8.

Am problematischsten stellt sich die Lage in Haltern am See dar: Dort liegt der Infektionsindex, also die Zahl der aktuell Infizierten auf 10.000 Einwohner, bei 3,9. In Castrop-Rauxel bei 2,0, in Dorsten bei 1,6. Am ruhigsten ist es derzeit in Oer-Erkenschwick (1,0) und Waltrop (0,7).

Oer-Erkenschwick hat durch den Ausbruch bei Westfleisch im Frühjahr allerdings gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Infizierten seit Beginn der Corona-Krise: Die Zahl der Fälle liegt hier bei 72 pro 10.000 Einwohner, in Gladbeck bei 52, in Castrop-Rauxel, Dorsten und Haltern bei um die 30 Fälle, die jemals mit dem Virus infiziert (gemeldet) waren. Die niedrigsten Fallzahlen haben Datteln und Herten mit etwa 24 Infizierten auf 10.000 Einwohner seit Ausbruch der Pandemie.

Problematisch stellt sich die Lage in den vergangenen sieben Tagen in Gelsenkirchen dar: Hier liegt der 7-Tage-Neuinfizierten-Index bei 44, also über der Warnschwelle von 35, knapp unter der roten Linie von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohner. Ginge diese Ziffer weiter rauf, würde das Bundesliga-Spiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen Samstag ohne Zuschauer stattfinden.

Wie schnell sich diese Zahl ändern kann, zeigt das Beispiel Mülheim: Hier liegt die Ziffer nun bei 15, nachdem sie vergangene Woche 50 erreichte. Besonders betroffen ist Stand Montag (21.9.) Hamm mit einer 7-Tages-Inzidenz von 46,9. Die Stadt Hamm rechnet damit, den Grenzwert von 50 bald zu überschreiten.

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Wir berichten täglich live und kostenlos über die Auswirkungen des Coronavirus in Castrop-Rauxel und Umgebung. Aktuell sind 21 Menschen in der Stadt mit dem Virus infiziert. Von Ronny von Wangenheim, Tobias Weckenbrock, Thomas Schroeter, Lukas Wittland

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