Neun immer wieder diskutierte Parkfragen: Hätten Sie die Antworten gewusst?

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Parken oder nicht parken? Halten oder nicht halten? Was ist wo erlaubt? Wir haben wichtige Parkfragen mit der Stadt und dem ADAC geklärt. Hätten Sie die Antworten gewusst?

Castrop-Rauxel

, 09.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Wo Halteverbote und Parkverbote ausgeschildert sind, ist die Lage eindeutig. Wie aber sieht das an anderen Stellen aus? Darf ich da parken, wo es nicht verboten ist? Oder darf ich nur da parken, wo es eindeutig erlaubt ist? Wir haben einige wichtige und manchmal uneindeutige Situationen ausgesucht und uns über das richtige Verhalten beim Ordnungsamt und beim ADAC schlau gemacht:

1. Halten in zweiter Reihe. Ist das erlaubt?

In der Regel, so heißt es, darf man in zweiter Reihe nicht halten. In Ausnahmefällen wird kurzfristiges Halten zumeist geduldet, wenn es verkehrsgerecht ist und die Örtlichkeiten nicht entgegenstehen „oder das Interesse des Haltenden gegenüber dem des fließenden Verkehrs überwiegt“, so der ADAC.

Übrigens: Die absolute Höchstdauer für das Halten zum Be- oder Entladen in zweiter Reihe beträgt drei Minuten. Andernfalls würde aus dem Halten ein Parken. Und das ist in zweiter Reihe komplett verboten.

Strafe: Parken in zweiter Reihe kostet 20 Euro.

Neun immer wieder diskutierte Parkfragen: Hätten Sie die Antworten gewusst?

Parken auf dem Bordstein ist nur da erlaubt, wo es ausdrücklich per Verkehrsschild ermöglicht wird. Hier also nicht. © Thomas Schroeter

2. Parken auf Gehwegen. Generell verboten?

Das Halten und Parken auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten, soweit es nicht durch Verkehrszeichen oder durch Parkflächenmarkierungen ausdrücklich erlaubt ist. Das gilt auch auf sehr breiten Gehwegen. Ist das Parken in einer Straße auf dem Gehweg erlaubt, gilt das immer nur für den in Fahrtrichtung rechten Gehweg. Das Parken entgegen der Fahrtrichtung links auf dem Gehweg ist generell verboten. Nur in Einbahnstraßen darf auch links geparkt werden.

Übrigens: Auch das Abstellen des Autos mit zwei Rädern auf dem Gehweg ist grundsätzlich verboten, wenn es nicht per Schild genau so angeordnet wird. Dabei ist es egal, wie breit der Bordstein und wie schmal die Fahrbahn ist.

Strafe: Parken auf Gehwegen kostet 20 Euro.

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3. Parken an einer Grundstückseinfahrt. Abstand nötig?

Das Parken vor Grundstückseinfahrten ist nicht erlaubt. Laut ADAC genügt es in der Regel aber, die Fahrbahn in der Breite einer normalen Toreinfahrt (etwa drei Meter) freizuhalten. Das gilt auch, wenn die Ein- und Ausfahrt etwa sechs Meter breit ist. Beim Parken kann man also entweder direkt bis an die Einfahrt-Absenkung heranfahren oder im Notfall bei besonders breiten Einfahrten sogar bis in die Einfahrt, so lange genug Platz zum Ein- und Ausfahren bleibt, so der ADAC.

Übrigens: In besonders schmalen Straßen darf man auch nicht gegenüber von Grundstückseinfahrten parken, um die Ausfahrt nicht zu erschweren, so die Stadt mit Hinweis auf die Straßenverkehrsordnung.

Strafe: Bis zu 20 Euro. Auch ein Abschleppen ist möglich. Beim Parken vor Feuerwehrzufahrten kann es deutlich teurer werden. Hier sind bis zu 65 Euro vorgesehen und 1 Punkt in Flensburg.

Neun immer wieder diskutierte Parkfragen: Hätten Sie die Antworten gewusst?

Wie groß muss der Abstand beim Parken von der Einmündung sein? Wer weiß das noch aus der Fahrschule? Und wer hält sich dran? © Thomas Schroeter

4. Parken an Straßeneinmündungen. Wie viel Abstand ist nötig?

Laut Stadt Castrop-Rauxel ist das Parken unzulässig vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je fünf Meter von den Schnittpunkten der beiden sich treffenden Fahrbahnkanten. Bei abgerundeten Ecken bestimmen Sie den Schnittpunkt der Fahrbahnkanten, indem Sie die Kanten an ihren letzten geraden Stellen jeweils gedacht verlängern und einen - gedachten - Schnittpunkt bilden. Übrigens: An diese Regel hält sich im Notfall kaum jemand. Und ob das wirklich kontrolliert wird?

Strafe: Ließ sich im Bußgeldkatalog nicht finden.

5. Parkverbot auf Schutzstreifen und auf Radfahrstreifen?

Auf und links neben Fahrradschutzstreifen (mit einer gestrichelten Linie markiert) und Radfahrstreifen (mit einer durchgehenden Linie gekennzeichnet) ist das Parken generell verboten. Sollten Parkbuchten rechts davon vorhanden oder in sonstiger Weise Parkflächen gekennzeichnet sein und das Parken nicht durch Verkehrszeichen verboten sein, darf aber rechts daneben geparkt werden.

Autos dürfen jedoch auf dem Fahrradschutzstreifen bis maximal drei Minuten zum Be- und Entladen anhalten. Das gilt nicht für Radfahrstreifen.

Übrigens: Das generelle Befahren von Fahrradschutzstreifen ist nicht erlaubt. Man darf ihn nur befahren, um einem anderen Fahrzeug auszuweichen.

Strafe: Parken auf dem Radweg kostet laut Bußgeldkatalog 20 Euro.

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An der Thomasstraße wird sowohl schräg als auch längs geparkt. Was ist vorgesehen? © Thomas Schroeter

6. Schrägparken oder Längsparken? Beispiel Thomasstraße.

Im Paragrafen 12.4 heißt es: „Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren.“ Die Straßenverkehrsordnung schreibt damit keine allgemeingültige Regel vor, ob dieses Verhalten erlaubt ist. Für das Schrägparken spräche, dass Schräg- und Querparken als „platzsparend“ ausgelegt werden könnte. Per Gesetz muss ein Fahrzeug aber auch möglichst nah am Fahrbandrand stehen. Eine Grauzone also.

Strafe: Eher nicht. An der Thomasstraße noch nicht erlebt.

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7. Abstand zu anderen Autos? Was ist vorgeschrieben?

Die Straßenverkehrsordnung schreibt Autofahrern keinen Rangierabstand vor, den man dem Vorder- oder Hintermann freilassen muss. Grundsätzlich gilt jedoch: Einen halben Meter auf beiden Seiten sollte man den benachbarten Autos zugestehen.

Übrigens: Dennoch gilt laut StVO, dass man immer „platzsparend“ parken soll. Wer sich also zu breit oder zu lang macht und dadurch zwei Plätze auf einmal belegt, verstößt gegen die Regeln.

Strafe: Das kann 10 Euro kosten.

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Die Parkscheibe muss gut lesbar ausgelegt sein. © picture alliance / Oliver Berg/d

8. Parken mit der Parkscheibe. Wie wende ich sie richtig an?

Steht man vor dem Auto, muss die angegebene Uhrzeit gut lesbar sein. Sie wird auf die nächste halbe Stunde nach der Ankunft eingestellt. Beispiel: Wird das Auto um 16.05 Uhr abgestellt, muss der Fahrer die Parkscheibe auf 16.30 Uhr stellen. Alles andere ist falsch und kann ein Verwarngeld zur Folge haben.

Übrigens: Das Weiterdrehen der Parkscheibe nach Ende der erlaubten Parkzeit ist verboten. Und es darf nur eine blaue Parkscheibe verwendet werden.

Strafe: Überziehen Autofahrer die erlaubte Zeit um bis zu 30 Minuten, werden zehn Euro fällig, bei einer Überziehung bis zu einer Stunde 15 Euro. Bei bis zu zwei Stunden drohen 20 Euro Strafe und bei mehr als drei Stunden sogar 30 Euro.

9. Darf ich einen Parkplatz freihalten?

Als Fußgänger dürfen Sie eine Parklücke nicht für einen Autofahrer freihalten. Ein freier Parkplatz darf auch nicht mit Gegenständen blockiert werden, die als selbst gebastelte Absperrung dienen. Das wird gern bei Umzügen gemacht: Mülltonnen hinstellen und mit Absperrband verbinden, fertig ist die große Parklücke für den Umzugswagen. Ist aber nicht erlaubt.

Übrigens: Man kann ein temporäres Halteverbot beantragen. Für die Zeit des Umzugs wird eine Halteverbotszone errichtet, die dann nur von am Umzug beteiligten Fahrzeugen zum Parken genutzt werden kann. Kostet aber natürlich etwas.

Strafe: Das Blockieren einer Parklücke durch einen Fußgänger oder durch eine eigene Absperrung kann als Nötigung angesehen werden, die eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann.

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