Am Ufer von Emscher und Rhein-Herne-Kanal in Henrichenburg entsteht der „Sprung über die Emscher“ die längste Brücke Castrop-Rauxels und der Region. Auf diesem Sockel, neben dem sich EUV-Brückeningenieur Ralf Bera, EUV-Chef Michael Werner und Projektleiterin Simone Kern von der Emschergenossenschaft (v.l.) aufgestellt haben, wird die Brücke und der markante Pylon thronen. © Tobias Weckenbrock
Sprung über die Emscher

Nur noch neun Monate: Brücken-Baustelle an der Emscher wächst

Es wird die längste, die markanteste, aber vielleicht auch die teuerste Brücke über die Emscher: In Henrichenburg entsteht ein Bauwerk aus 900 Tonnen Stahl. Schneller, als man glaubt.

Das Baufeld sieht noch wirr aus. Man erkennt aber erste Fragmente davon, was später einmal die längste aller Brücken über die Emscher sein wird: Der Sprung über die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal in Henrichenburg im Castrop-Rauxeler Norden wird nun erstmals sichtbar. Oder zumindest seine Stützpfeiler.

Bei einem Ortstermin auf Castrop-Rauxels größter Baustelle am Donnerstag mit Fachleuten von Emschergenossenschaft und EUV-Stadtbetrieb wird die Dimension klar, der Verlauf der eleganten S-förmigen Fußgänger- und Radfahrerbrücke sichtbar.

Ein Ort der verschiedenen Ebenen

„Was mich hier besonders beeindruckt“, sagt Projektleiterin Simone Kern von der Emschergenossenschaft, „sind die Ebenen: unter der Erde der Abwasserkanal, acht Meter darüber die saubere Emscher, acht Meter darüber der Rhein-Herne-Kanal, zehn Meter darüber die Brücke und elf Meter weit davon aufragend der markante Pylon, der die Konstruktion stabilisiert.“

Der „Sprung über die Emscher“ beginnt westlich der Wartburgstraße, führt dann über die beiden im Bild erkennbaren Sockel im Schwung über die Emscher, die hier unterhalb des Rhein-Herne-Kanals im Düker verschwindet. Diese Ebenen und Schichten machen diesen Ort so interessant.
Der „Sprung über die Emscher“ beginnt westlich der Wartburgstraße, führt dann über die beiden im Bild erkennbaren Sockel im Schwung über die Emscher, die hier unterhalb des Rhein-Herne-Kanals im Düker verschwindet. Diese Ebenen und Schichten machen diesen Ort so interessant. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

So werde die Emscher hier endlich von einem „Meideraum“ zu einem Raum mit viel Aufenthaltsqualität, wie Landschaftsplaner es formulieren, der „stark angenommen werden wird in Zusammenhang mit dem Wassererlebnispark, der sich hier anschließen wird“, so Kern. So werde dann Castrop-Rauxel künftig viel besser mit Recklinghausen verbunden, vor allem für den Freizeit-Spazier- und Radverkehr.

Größtes Bauteil wiegt 100 Tonnen

Die zwei Widerlager für das Brückenbauwerk aus Stahl sind praktisch fertig, die sechs Sockel werden gerade in Stahlbetonbauweise gegossen. Mitte November folgt darauf der Aufbau der sechs Stahlstützen. Später kommen die Stahlteile für die Brücke selbst aus dem tschechischen Brünn angeschifft. Und dann ist ein Schwimmkran geordert, der das größte einzelne Bauteil an seinen Bestimmungsort hieven wird: 70 Meter lang und 100 Tonnen schwer ist das Bauteil der Brücke, das später den Kanal überspannt.

Simone Kern ist Projektleiterin und schaut auf den Baufortschritt eines der sechs Sockel, die aus Stahlbeton errichtet werden. Insgesamt werden hier 900 Tonnen Stahl verbaut.
Simone Kern ist Projektleiterin und schaut auf den Baufortschritt eines der sechs Sockel, die aus Stahlbeton errichtet werden. Insgesamt werden hier 900 Tonnen Stahl und rund 9 Millionen Euro verbaut. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Imposant wird auch der Pylon sein, der vom Brückendeck auf zehn Metern Höhe noch mal elf Meter weit in die Höhe ragt. Er wird die Stahlelemente halten, die im Zügelgurt-Mechanismus die Brücke beidseitig im Gleichgewicht hält. Sie wird am Ende 2,50 Meter breit sein („Da braucht man ein wenig Rücksichtnahme der Benutzer, aber breiter wäre gleich viele Millionen teurer gewesen“, so Kern). Zwei Treppen beidseitig am Kanalufer führen hinab. Ansonsten ist sie barrierearm gebaut, also mit von unten beleuchtetem Handlauf ausgestattet und für Personen mit Rollator oder im Rollstuhl ebenso wie für Radfahrer geeignet.

Im Sommer 2022 soll das 9-Millionen-Euro-Bauwerk fertig sein und dann die beiden Plätze südlich an der Wartburgstraße und nördlich des Kanals verbinden, die ebenfalls schön hergerichtet werden.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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