Wie die Obercastroper Alpakas bei besonderen Anlässen zu Fotomodellen werden

rnDaniels kleine Farm

Wer die Bochumer Straße in Richtung Gerthe entlangfährt, sieht sie des Öfteren hinter einem Zaun am Straßenrand: die Alpakas von „Daniels kleine Farm“. Die Tiere werden nun zu Fotomodellen.

von Michael Fritsch

Obercastrop

, 26.05.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brautkleid statt Wanderhose und Lackschuhe statt Boots: „Daniels kleine Farm“ an der Bochumer Straße, Heimat der Wagenbruch-Alpakas, ist ab sofort nicht nur Ausgangspunkt für Trekkingtouren, sondern auch Fotokulisse für Brautpaare oder sonstige Feiergesellschaften vom Kindergeburtstag bis zum Firmenjubiläum.

Der Probelauf für ein entsprechendes Fotoshooting in der herrlichen Frühlingslandschaft des Obercastroper Hügellandes verlief absolut vielversprechend, wie Hischke und der mit ihm kooperierende Fotograf Jan Dobrindt nach der rund zweistündigen Session mit Mensch und Tier bilanzierten. „Der Tierschutz ist und bleibt für mich oberstes Gebot“, stellte von vorneherein Hischke klar. Keines seiner Alpakas werde bei Foto-Aktionen zu etwas gezwungen, was es nicht freiwillig zu tun bereit sei.

Mensch und Tier müssen sich erst kennenlernen

Aus diesem Grunde, so der Obercastroper „Alpaka-Flüsterer“, müsse man sich auch die entsprechende Zeit nehmen, die beteiligten Tiere und Menschen behutsam aneinander zu gewöhnen. Bevor der Fotograf in Aktion tritt und es zu optisch attraktiven Inszenierungen von Mensch und Tier in der Natur kommt, steht eine längere Kennenlernphase. „Alpakas sind zwar seit Tausenden von Jahren Haustiere, also an Menschen gewöhnt und in der Regel auch zutraulich, aber nach wie vor eben auch Fluchttiere“, erläutert der 43-Jährige. Die bei unvorhergesehenen Ereignissen – schneller Mountainbikefahrer oder freilaufender Hund - auch schon einmal aufschrecken können und weglaufen wollen.

Wie die Obercastroper Alpakas bei besonderen Anlässen zu Fotomodellen werden

Später treten Bräutigam Mauritz sowie die Alpakas Orlando (hell) und Oki (dunkel) hinzu und es entstehen unterschiedliche Motive im Sitzen, im Gehen und im Stehen. © Michael Fritsch

Seit mittlerweile fünf Jahren betreut Hischke in Obercastrop Alpakas, seine Treckingtouren am Wochenende werden gut angenommen, einen Sommer lang wurden sie auch für die Flüchtlinge hier kostenlos zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

So führt man ein Alpaka richtig

Wie so ein Fotoshooting mit den neugierigen und zutraulichen Tieren am besten funktioniert, das testeten „Probebräutigam“ Mauritz und seine Freundin Saskia an einem der superschönen Frühlingstage unter Anleitung von Daniel Hischke jetzt.

Zunächst geht es um das wortwörtliche Beschnuppern in dem engen Pferch, anschließend werden die Paarhufer an der Leine auf die nahe Streuobstwiese geführt. „Sanft, aber bestimmt“, so die Devise des Farm-Chefs. Man dürfe weder reißen noch zerren, sondern nur einen ganz leichten Zug ausüben, damit das Alpaka sich in Bewegung setze. Bevor es dann so richtig mit dem Fotografieren losgeht, erhalten die Tiere zunächst eine Pause.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ein Fotoshooting mit den Alpakas von Obercastrop

Brautkleid statt Wanderhose und Lackschuhe statt Boots: „Daniels kleine Farm“ an der Bochumer Straße, Heimat der Wagenbruch-Alpakas, ist ab sofort nicht nur Ausgangspunkt für Trekkingtouren, sondern auch Fotokulisse für Brautpaare oder sonstige Feiergesellschaften vom Kindergeburtstag bis zum Firmenjubiläum.
25.05.2019
/
Jan Dobrindt beginnt zunächst seine Arbeit mit der Braut alleine.© Michael Fritsch
Vor dem Fotoshooting gibt es eine gründliche Einweisung für den Bräutigam Mauritz (l.) durch Daniel Hischke.© Michael Fritsch
Später treten Bräutigam Mauritz sowie die Alpakas Orlando (hell) und Oki (dunkel) hinzu und es entstehen unterschiedliche Motive im Sitzen, im Gehen und im Stehen.© Michael Fritsch
Später treten Bräutigam Mauritz sowie die Alpakas Orlando (hell) und Oki (dunkel) hinzu und es entstehen unterschiedliche Motive im Sitzen, im Gehen und im Stehen.© Michael Fritsch
Auch Rafael und Andrea machen sich gut als Liebespaar in lockerer Alltagskleidung.© Michael Fritsch
Später treten Bräutigam Mauritz sowie die Alpakas Orlando (hell) und Oki (dunkel) hinzu und es entstehen unterschiedliche Motive im Sitzen, im Gehen und im Stehen.© Michael Fritsch
Saskia wollte zum Schluss auch gerne noch einmal mit Oki alleine posieren.© Michael Fritsch
Anschließend begibt sich die Truppe auf die Streuobstwiese, für Braut Saskia nicht ganz einfach.© Michael Fritsch
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt
Die Ergebnisse des Alpaka-Shootings können sich sehen lassen.© Jan Dobrindt

Die erste Herausforderung bis zu diesem Punkt hat die Braut schon hinter sich, nämlich gleichzeitig das Alpaka zu führen, den Brautstrauß zu halten und das nicht geländegängige Kleid zu raffen. Bezirzt werden die tierischen Models anschließend mit der absoluten Lieblingsspeise der Wiederkäuer, einem Alpaka-Kraftmüsli, das auch gerne aus der Hand gefressen wird.

Auf diese Weise gnädig gestimmt, lassen sich die Tiere relativ leicht dazu überreden, sich in die gewünschten Posen zu begeben und die innigen Gesten des Paares als Statisten zu begleiten. Sei es im Sitzen oder in der Bewegung.

Die perfekte Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur

Die Kunst des Fotografen besteht nun darin, diese häufig nur sehr kurzen Momente perfekter Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur punktgenau auf den Speicherchip zu bannen. Das ist Jan Dobrindt, der im Hauptberuf Feuer löscht und das Fotografieren seit drei Jahren ambitioniert nebenher betreibt. Bei Saskia und Mauritz sowie ihrem befreundeten Paar in Zivil, Andrea und Rafael, ist das sehr gut gelungen, wie man an den Ergebnissen sehen kann. Die Quintessenz: Castrop-Rauxel ist in diesem Frühjahr wieder um eine Attraktion reicher geworden.

Lesen Sie jetzt