Ohne Führerschein, aber mit Drogen am Steuer eines Pakettransporters

rnPaketdienst

Ein junger Mann gründet mit einem Transporter einen Paketdienst, hat aber keinen Führerschein. Trotzdem fährt er den Wagen. Und nimmt Drogen. Das kann nicht wirklich glücklich enden.

Castrop-Rauxel

, 12.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Zum zweiten Mal ging es im Amtsgericht um den 23-jährigen Fahrer eines Transporters, der am 19. November 2018 um exakt 13.44 Uhr auf der Pallasstraße von der Polizei gestoppt wurde. Die Ordnungshüter, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren, hatten den Mann am Steuer entdeckt. Denn er war ihnen nicht unbekannt.

Der Mann war nicht nur Besitzer des Transporters, er hatte sogar ein Unternehmen gegründet und wollte im Paketdienst Geld verdienen. Weil er selbst keine Fahrerlaubnis hatte, sollten Freunde am Steuer sitzen. Doch das klappte nicht immer. Schon einige Male war er ohne Führerschein im Verkehr ertappt worden, zudem war bekannt, dass er Drogen konsumiert.

Sofort erkannt, dass da Drogen im Spiel waren

Ein begründeter Verdacht. „Wir haben sofort an seinen Augen sehen können, dass er konsumiert hatte“, so eine Polizistin bei der Fortsetzungsverhandlung im Zeugenstand. Sie war mit einem Kollegen hinzugerufen worden, weil die Routinekontrolle des 23-jährigen Angeklagten aus dem Ruder lief. Er leistete heftigen Widerstand.

Als er die Hände auf das Autodach legen sollte, damit eine Taschendurchsuchung erfolgen konnte, soll er versucht haben, den Polizeibeamten mit dem linken Ellenbogen im Gesicht zu treffen. Verfehlte ihn aber, was sich in der Anklage mit versuchter Körperverletzung niederschlug.

Tätlicher Angriff kam auch noch hinzu

„Ja, es war Absicht“, sagte ein weiterer Polizist bei seiner Aussage. Deshalb sahen Richter und Staatsanwaltschaft diesen tätlichen Angriff, den der Angeklagte von sich gewiesen hatte, nun als erwiesen an.

Stellung nehmen konnte der 23-Jährige beim zweiten Verhandlungstag nicht. Denn er war nicht erst erschienen. Was einer Verurteilung nicht im Wege stand. Weil er in der Hauptverhandlung bereits verhört worden war, musste er laut Gesetz nicht zwingend anwesend sein, um verurteilt zu werden.

Einschlägige Vorstrafen im Sündenregister

Vier Vorstrafen wurden verlesen, darunter einschlägige wie das Fahren ohne Fahrerlaubnis und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Und weil in diesen Fällen eine Geldstrafe augenscheinlich keine abschreckende Wirkung gezeigt hatte, verhängte der Richter eine sechsmonatige Haftstrafe, ausgesetzt auf Bewährung. Dazu muss der 23-Jährige 100 Sozialstunden ableisten.

Die Zeit wird er haben, denn sein Transportunternehmen hatte er nach nur vier Wochen wieder drangegeben.

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