Teurer Panzerblitzer soll 10.000 zusätzliche Knöllchen im Jahr erblitzen

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Ein neuer Panzerblitzer der Stadt Castrop-Rauxel soll Temposünder künftig auch in den Abend- und Nachtstunden jagen. Die Stadt geht von 10.000 zusätzlichen Knöllchen im Jahr aus.

Castrop-Rauxel

, 13.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Frühjahr 2020 hat sich die Stadt intensiv mit neuen mobilen Blitzanlagen befasst, die den bisherigen Blitzwagen ergänzen soll. Denn nicht nur der Kreis Recklinghausen setzt bei seinen stationären Blitzanlagen auf neueste Technik, auch die Stadtverwaltung will bei der Jagd nach Temposündern im Stadtgebiet neue Wege gehen.

Thomas Roehl, Leiter des Bereichs Ordnung und Bürgerservice, betont dabei die Vorteile einer sogenannten Semistationären Geschwindigkeitsmessanlage, die im Volksmund bereits als Panzerblitzer abgespeichert ist. Diese Anlage, so erläuterte Roehl dem zuständigen Betriebsausschuss, zeichne sich durch einen geringen Personaleinsatz, flexible Einsatzorte und die Möglichkeit zur Überwachung von zwei Fahrspuren sowie beider Fahrtrichtungen aus.

Erträge von 200.000 Euro im Jahr werden erblitzt

Mit einer solchen Geschwindigkeitsmessanlage, so die Hoffnung der Verwaltung, könne man davon ausgehen, dass so 10.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen pro Jahr zusätzlich geahndet werden können. Daraus, so Roehl, ließen sich Erträge in Höhe von rund 200.000 Euro generieren.

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Demgegenüber stünden zusätzliche Personalkosten für die nötigen 1,5 Stellen in Höhe von 75.000 Euro pro Jahr und der Mietzins von 125.000 Euro im Jahr. Ohne Mehrbelastung für den städtischen Haushalt könne so die Verkehrssicherheit im Stadtgebiet erhöht werden, lautet die Argumentation der Stadt.

Die semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage, so Roehl, werde zunächst für zwei Jahre gemietet. Im Anschluss an diese zweijährige Blitzphase solle eine Evaluation erfolgen. Der Panzerblitzer soll in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb genommen werden.

Beim Einsatz der neuen Geschwindigkeitsmessanlage, so Beigeordneter Michael Eckhardt seinerzeit, handele es sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung, weshalb man von der Politik keine Zustimmung benötigt habe. Die zusätzlichen Stellen sollen zunächst befristet werden.

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Tätig geworden sei man, so Eckhardt, weil SPD und FWI im Juni 2019 den gemeinsamen Antrag gestellt hatten, ein Konzept für die Durchführung der kommunalen Geschwindigkeitskontrollen zu erarbeiten, das eine Kontrolle auch zu Rand- und Nachtzeiten miteinbeziehe und ermögliche.

Einsatzbeginn ist noch nicht genannt worden

Mit der neuen Geschwindigkeitsmessanlage werden solche Einsätze möglich, weil der Blitzer im Einsatz kein Personal benötige. Zu schnelle Autofahrer in Castrop-Rauxel sollten sich künftig also auch abends und nachts nicht mehr zu sicher fühlen. Wann der Panzerblitzer seine Arbeit genau aufnimmt, war von der Stadt noch nicht zu erfahren.

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