Patrick Nagel über die Schließung der Proberäume

Musikschule in der Wartburgstraße

Durch den Verkauf und Abriss des Ferroinspect-Gebäudes in Castrop-Rauxel verlieren rund 50 Bands ihren Proberaum. Patrick Nagel ist einer davon. Der Singer/Songwriter hat erst kürzlich seine Rock‘n‘Roll-Musikschule dort gegründet. Wir sprachen mit dem 24-Jährigen.

CASTROP-RAUXEL

, 22.04.2017 / Lesedauer: 3 min
Patrick Nagel über die Schließung der Proberäume

Patrick Nagel (24) von der Rock’n’Roll-Musikschule. Er ist Singer/Songwriter – und seit einigen Jahren mit seiner Band Mieter im Probenraum-Gebäude von Trudewig/Küper.

„Ich stehe zu einer Diskussion immer zur Verfügung“: Diesen Text hat Dieter Trudewig im Probenraum-Gebäude an der Wartburgstraße ausgehangen. Er ist der Vermieter und wird das Gebäude verkaufen. 

Einer der Mieter ist der Herner Musiker Patrick Nagel, der sich mit seiner Musikschule in Castrop-Rauxel etablieren möchte. „Klar haben wir mitbekommen, dass das Haus verkauft werden soll. Da ist die Panik natürlich erst einmal groß.“ Für ihn und seinen Partner Kevin Balke heiße es: „Toll, wir haben gerade die Musikschule eröffnet; jetzt erfahren wir, dass der Laden schließen soll. Aber es ist ja nicht ganz so panisch, weil es noch mindestens ein Jahr dauert. Vielleicht wird es auch weiter aufgeschoben.“

Der Schuldige war anfangs der Vermieter

So erklärt es auch Dieter Trudewig, der jeden Werktag vormittags in seinem Büro im Hauptgebäude alle Dinge regelt, in seinem Aushang: „Fakt ist: Es gibt einen Vertrag mit einem Investor. Dieser Vertrag hat eine aufschiebbare Wirkung bis zum 31. März 2018, das heißt, erst am 31. März 2018 wird endgültig über den Fortbestand der Proberäume entschieden.“

Nach Bekanntwerden der drohenden Schließung hätten sich einige Mieter „unqualifiziert bei Facebook“ geäußert – „und denken nicht darüber nach, wie viele Zugeständnisse“ er Einzelnen gegenüber schon gemacht habe.

 

 

„Es stimmt“, sagte Patrick Nagel, „der Schuldige war anfangs – zumindest für ein, zwei Leute – der Herr Trudewig.“ Bei Facebook habe es sinngemäß geheißen „Dagegen ankämpfen – Trudewig und Küper den Marsch blasen“. Nagel: „Dieter ist über 70. Er hat das sehr lange mit viel Elan gemacht. Man kann ihm nichts vorwerfen, wenn er bald nicht mehr täglich aus Witten hierher fahren will.“

Jeder habe das Gebäude kaufen können. „Das Schöne aber ist“, so Nagel, „dass sich schnell viele Leute in Kommentaren gegen dieses Bild gestellt haben.“

 

 

Er selbst wolle in jedem Fall weitermachen: „Wir werden uns mit den Bands um uns herum verbinden, vielleicht auch mit der Stadt, dem ein oder anderen, der Ideen hat, wohin man umziehen oder wie man dieses Haus hier retten kann“, so Patrick Nagel. „So oder so gucken wir, dass es für die Schule weitergeht – entweder hier oder woanders. 

Neben seiner Musikschule ist Nagel auch selbst als Musiker aktiv und spielt bald mit Band im Café Q als Opener der Open Stage. Tobias Weckenbrock hat mit ihm über seine Projekte gesprochen:

 

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