Paul Reding ist Waltroper "Bürger des Jahres 2009"

Ehrung für Künstler

CASTROP-RAUXEL/WALTROP Gelernter Glasmaler und Kunstglaser ist er, Schriftsteller, Grafiker und Bildhauer. Lebenskünstler trifft es vielleicht am besten: Für sein künstlerisches Schaffen wird der gebürtige Castrop-Rauxeler Paul Reding (70) als „Bürger des Jahres 2009“ der Stadt Waltrop geehrt.

von Von Thomas König und Peter Wulle

, 29.12.2009, 20:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Paul Reding mit einer Bronzestatue.

Paul Reding mit einer Bronzestatue.

In Castrop-Rauxel stammen unter anderem die Skulptur im Kreisverkehr am Neuroder Platz und der Gedenkstein für Ex-Bürgermeister Hugo Paulikat auf dem Ickerner Marktplatz von ihm. Die Kunst von Paul Reding ist allgegenwärtig in Waltrop und in Castrop-Rauxel. Starallüren sind ihm allerdings fremd. Dem 70-jährigen, heimatverbundenen Multitalent ist es wichtig, mit seinen Arbeiten bleibende Werte zu schaffen: „Es ist ein Zeichen der Zeit, dass die Menschen so schnelllebig und oberflächlich geworden sind“, sagt Reding.

Dem will er etwas entgegensetzen: „Ich arbeite zeitlos, nicht nur für den heutigen Tag. Ich möchte die Welt zum Besseren hin gestalten und das aufrecht erhalten, was früher war“, sagt er. Mit seiner Kunst, so wird in der Nachbarstadt gelobt, habe Paul Reding Waltrop weithin bekannt gemacht. Aktuell arbeitet er am „Sachsenkreuz“. Ein Kreuz, das an die ehemalige Zeche Sachsen in Hamm-Heesen erinnern soll.

Im November 1939 kam Paul Reding kurz vor seinem Zwillingsbruder Peter in Castrop-Rauxel zur Welt. Er hat einen weiteren, zehn Jahre älteren Bruder – den Schriftsteller Josef – und eine zehn Jahre jüngere Schwester – Elisabeth. Schon mit 13 Jahren malte er Illustrationen für Zeitungen – für Kirche & Leben, Echo der Zeit und Ruhrwort. Seine ehrenamtliche Arbeit im Heimatverein erscheint wie ein weiterer Versuch, die Zeit anzuhalten, die alten Dinge festzuhalten. Paul Reding trägt eine Armbanduhr, die als Zifferblatt ein D-Mark-Stück zeigt. Er ist Mitglied im „Club der glücklichen Finder“: Einer Gruppe von Enthusiasten, die sich regelmäßig in Henrichenburg trifft und zielsicher die ungewöhnlichsten Sammelstücke aufspürt.

26 Bücher hat der Sprecher des Schriftstellerverbandes im westlichen Westfalen veröffentlicht, 38 Weihnachtsgeschichten geschrieben. Fragt man Paul Reding nach seinem bisher schönsten Werk, erhält man die immer gleiche Antwort. „Mein bestes Werk“, sagt er dann, „mach‘ ich morgen.“

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