Petition für bessere Taktung der RB 43: Was können Sie überhaupt bewirken, Julian Mika?

rnTaktung RB 43

Julian Mika kämpft mit einer Petition für eine bessere Taktung der Emschertalbahn. Was hat ihn zu diesem Schritt bewogen? Hand aufs Herz: Kann er so wirklich etwas bewirken? Ein Interview.

Castrop-Rauxel

, 25.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Julian Mika hat die Petition für eine bessere Taktung der Emschertalbahn gestartet. Über diese haben wir in der vergangenen Woche berichtet. (Anmerkung der Redaktion: Im ersten Bericht darüber hatten wir von einer Spendensammlung geschrieben. Um Geld geht es allerdings nicht, sondern um Unterschriften. Das geht aus der Petition selbst nicht eindeutig hervor.) Doch was hat Julian Mika dazu veranlasst, eine Petition zu starten? Und können diese Unterschriften wirklich etwas bewirken? Ein Fragen und Antworten mit Julian Mika.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Petition zu starten?

In der Politik wird immer wieder davon geredet, dass Alternativen zum Auto genutzt werden sollen. Dafür müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Viele Leute würden viel häufiger den ÖPNV nutzen, wenn das Angebot besser wäre. Mit einer verbesserten Taktung würden so auch noch mehr Leute die Emschertalbahn RB 43 nutzen.

Was haben Sie selbst bisher für Erfahrungen mit der RB 43 gemacht?

Seit 30 Jahren wohne ich in Dortmund-Rahm und fast genauso lange nutze ich ab und zu die RB 43, um in die Dortmunder City zu kommen. Das geht mit der Bahn in 8 Minuten, mit dem Auto brauche ich mehr als 15 Minuten.
Mich ärgert, dass sie werktags nur alle 60 Minuten fährt. Mit einer 30 Minuten-Taktung werktags würde ich öfter auch zur Arbeit das Auto stehen lassen. Das gilt auch samstags für den Einkaufsbummel.
Sonn- und Feiertagsausflüge sind bei dem jetzigen Zwei-Stunden-Takt kaum planbar, sodass ich hier die Bahn so gut wie nie nutze. Leider...
Warum neue Bus- und Bahnlinien planen, anstatt einfach eine bestehende Bahnlinie auszubauen? Und morgens und nachmittags im Berufsverkehr ist die RB 43 immer voll.

Jetzt kämpfen Sie mit der Petition aktiv für eine bessere Taktung. Was war der endgültige Auslöser zu diesem Schritt?

Bahnfahren ist auch gut für die Ökobilanz - und deshalb habe ich mich entschieden, für den Erhalt und einen besseren Takt der RB 43 zu kämpfen.

Wir dachten Wie kommen Sie auf die Zahl von 2000 Unterschriften, die Sie sammeln wollen, und was wollen Sie damit bezwecken?

Aufgrund des Themas und der Angabe der Städte wird von „Open Petition“ ein Richtwert der erforderlichen Unterschriften angegeben. Daher wurde hier 2000 angesetzt. Hier bin ich leider weit davon entfernt.

Also läuft die Petition nicht zu Ihrer Zufriedenheit?

Aktuell habe ich 165 Unterstützer. Die Petition läuft auch schon am Dienstag (29. Oktober) aus. Trotzdem werde ich die Unterschriftenliste nach Ablauf an den VRR übermitteln. Ich hoffe, dass sich aufgrund der Unterschriften der VRR noch einmal Gedanken macht und ein wenig „Druck“ verspürt. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Meine Petition hatte ich auch an alle Parteien im Dortmunder Westen weitergeleitet. Hier ist aber nicht viel passiert, bis auf Unterstützung seitens der CDU Dortmund-Huckarde und der SPD Castrop-Rauxel. Hier hätte ich mir von der Politik mehr Unterstützung beziehungsweise Verbreitung meiner Petition gewünscht.

Hatten Sie schon Kontakt zum VRR?

Mit dem VRR habe ich im Vorfeld Kontakt aufgenommen. Hier wurde mir mitgeteilt, dass bis 2028 kein 30-Minuten-Takt eingeführt wird. Da diese Bahnlinie aber nur bis 2028 garantiert ist, ist es fraglich, ob erstens eine bessere Taktung überhaupt kommt oder zweitens die Bahnverbindung nach 2028 eingestellt wird.
Hier in Dortmund gibt es immer noch Pläne, die Stadtbahnlinie U47 von Huckarde nach Kirchlinde auszubauen und dafür teilweise die Trasse der Emschertalbahn zu nutzen. Warum Millionen für ein U-Bahn-Projekt ausgeben, wenn mit viel einfacheren und kostengünstigeren Mitteln die Emschertalbahn attraktiver gemacht werden kann? Mit einer besseren Taktung und Busvernetzung könnte der gesamte Dortmunder Westen profitieren.
Und wie viele Castroper stehen ständig in Dortmund Kirchlinde an der Kreuzung im Stau, um über die Autobahn nach Dortmund zu fahren? Auch für Castrop wäre eine bessere RB43-Taktung optimal.

Lesen Sie jetzt