Pflegekräfte werden in Castrop-Rauxel gesucht

Das ganze Jahr über

Der Suche nach Auszubildenden ist in vollem Gange. Für das Pflegeunternehmen Geros aus Castrop-Rauxel kein Problem. Schwieriger ist es für Geschäftsführer Michael Hube eher geeignete Fachkräfte zu finden. Die werden ständig gesucht - das ganze Jahr über.

CASTROP-RAUXEL

, 06.05.2017 / Lesedauer: 3 min
Pflegekräfte werden in Castrop-Rauxel gesucht

Qualifizierte Pflegekräfte werden stetig gesucht - auch in Castrop-Rauxel. Hier ein Symbolbild.

Azubis gebe es genug, sagt Geros-Geschäftsführer Michael Hube im Seniorenzentrum am Castrop-Rauxeler Stadtgarten. die Ausbildungsplätze seien immer schnell vergeben. 

Aber offene Stellen für Fachkräfte gibt es fast das ganze Jahr über. Das gilt nicht nur für Geros, sondern für den Gesundheitsbereich in der ganzen Region. Bei den Geros-Einrichtungen ist es aber so: Von den 146 Mitarbeitern haben etwa 25 Prozent Migrationshintergrund. „Wenn wir die Kräfte aus dem Ausland nicht hätten, sähe es düster aus für die Pflege“, sagt Michael Hube.

Geros beteiligt sich seit 2014 am Projekt Triple Win der Arbeitsagenturen, um Fachkräfte beispielsweise aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Tunesien und den Philippinen anzuwerben. Dafür investiert das Unternehmen viel Geld und Zeit in die Mitarbeiter, für Weiterbildungen, Sprachkurse und die Anerkennung des Berufsabschlusses.

Krisensichere Arbeitsplätze

„Das sind etwa 10.000 Euro pro Pflegekraft aus dem Ausland“, sagt Hube. Er hoffe, dass die Fachkräfte dann auch lange in einer Geros-Einrichtung arbeiten. Eineinhalb Jahre dauert es, bis die Fachkraft auch wirklich als Fachkraft in Deutschland arbeiten darf. Und dann kommt noch die Abschlussprüfung zur Anerkennung. Eine Hürde, die für manche zu hoch ist. „NRW hat dabei die höchste Durchfallquote“, sagt Hube. Und wer durchgefallen ist, habe deutschlandweit keine weitere Chance auf die Anerkennung. Aktuell durchlaufen bei Geros acht Teilnehmer das Programm.

 

Den Mangel an Fachkräften in der Pflege könne auf lange Sicht nur die Politik beheben – durch Finanzierung von Ausbildungsplätzen. Die Gesetzesänderung zur einheitlichen Berufsausbildung in der Pflege sieht er kritisch. „Wenn die Auszubildenden sich nach zwei Jahren für die Kinderkranken- oder die Altenpflege entscheiden müssen, profitieren davon eher die Krankenhäuser“, so Hube. Denn der Ruf der Altenpflege sei kein guter. „Doch es handelt sich um krisensichere Arbeitsplätze“, sagt er. „Das sollten Azubis und Arbeitslose im Hinterkopf haben.“ 

Generell wird der Arbeitslosenmarkt in Castrop-Rauxel gerade durch den Frühling belebt.  Die Quote sinkt im April leicht auf 10,4 Prozent (10,5 Prozent im März).

Das ist Geros:
Geros betreibt in Castrop-Rauxel folgende Einrichtungen: Tagespflege am Stadtgarten, Stationäre Altenpflege und Ambulante Kranken- und Altenpflege.
230 Pflegeplätze, 140 ambulante Patienten, 12 Tagespflegeplätze und 146 Mitarbeiter: Das ist Geros in Zahlen.
Die Seniorenresidenz an der Holzstraße soll im nächsten Jahr geschlossen werden. Ersatz soll ein Neubau gegenüber des St.-Rochus-Hospitals bieten.

Lesen Sie jetzt