Plastik soll vom Markt verschwinden - für Parteien, Musiker und Bürger gibt es neue Regeln

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Auf dem Altstadtmarkt wird es Veränderungen geben: Plastikverpackungen müssen gehen, dafür sind Parteien, Musiker und Ehrenamtler willkommen - zumindest dann, wenn sie die Regeln einhalten.

Castrop-Rauxel

, 26.09.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Veränderungen sollen ab Januar 2020 auf den Märkten Castrop-Rauxels umgesetzt werden. Plastikmüll in Form von Einwegtüten und -besteck sollen nach dem Willen des EUV-Verwaltungsrats auf dem Markt verboten sein. Nur in begründeten Einzelfällen soll es Ausnahmen geben.

Die Vorlage wurde auf der Sitzung am Mittwochabend mit zwei Gegenstimmen von Grünen und FDP zur Vorbereitung für die nächste Sitzung angenommen.

Bei den Händlern des Altstadtmarkts in Castrop um, gibt es Zustimmung. Andreas Gies verkauft Reibekuchen am Lambertusplatz - „seit Jahren“ auf Mehrwegtellern und mit Metallbesteck.

Reibekuchen gibt’s vom Teller

Zwar sind die Teller aus Kunststoff, aber spülmaschinenfest und wiederverwendbar. 80 Prozent Müllersparnis erreiche er so, schätzt Gies. Reibekuchen zum Mitnehmen gibt es bei ihm nur in Papier.

Wer auf dem Markt lieber zum Backfisch greift, bekommt aktuell noch Einwegbesteck. Aber nicht mehr lange, sagt Suat Akkus von Tevils Fischwerk. Das bereits gekaufte Material werde noch verbraucht, Pappschälchen und Holzgabeln stehen schon unter der Theke.

Ganz ohne Plastik geht es nicht

Ganz ohne Kunststoff geht es bei frischem Fisch aber nicht. Deswegen sollen Plastiktüten hier auch weiter zum Einsatz kommen. Alternativ brächten manche Kunden eigene Dosen mit.

Ähnlich verhält es sich beim Eier- und Geflügelfleischstand von Matthias Kortmann. „Wir verpacken so viel wie möglich in Papier.“ Ausnahme seien Innereien. Und manche Kunden wollten einfach eine Kunststoffverpackung. Trotz Extrakosten, die man für die Tüte verlange.

Beim Bekleidungsstand Singh sind Plastiktüten noch an der Tagesordnung. Betreiber Manjit Singh findet den Verzicht auf Plastik „prinzipiell richtig“. Wie er die Neuregelung der Marktsatzung umsetzen will, weiß er noch nicht.

Plastik soll vom Markt verschwinden - für Parteien, Musiker und Bürger gibt es neue Regeln

Beim Bekleidungsstand Singh sind Plastiktüten noch an der Tagesordnung. © Matthias Stachelhaus

Bürgervereine, Parteien und Initiativen dürfen Stände anmelden

Ganz im Gegensatz zum Plastik sollen Stände von Parteien, Bürgerinitiativen und Vereinen ab Januar kommenden Jahres explizit auf dem Markt zugelassen sein. Das war bisher nur in Ausnahmefällen möglich.

Allerdings mit Auflagen und „in der Regel am Rande des Marktes“, wie es in der Vorlage zur Satzungsänderung heißt. Darüber hinaus müssen die Stände zwei bis vier Wochen vorher angemeldet werden und Markthändler haben Vorrang.

Plastik soll vom Markt verschwinden - für Parteien, Musiker und Bürger gibt es neue Regeln

Der Friedenskreis demonstriert regelmäßig mit einem Infostand in Castrop-Rauxel. © Friedenskreis

Diese neue Regelung trifft bei Leonore Schröder, die mit dem Friedenskreis regelmäßig auf dem Marktplatz in der Altstadt anzutreffen ist, auf gemischte Gefühle. „Am Rand stehen können wir ja auch jetzt schon.“ Und den langfristigen Planungszeitraum hält die Friedensaktivistin und ehemalige Ratsfrau für „unpraktikabel“, wenn man aus aktuellem Anlass vor Ort sein wolle. „Dann hat sich für uns also nicht so viel geändert.“

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