Altstadt: Plötzlich stand ein Kinderkarussell mitten im Rettungsweg

Brandschutz

Ein Kinderkarussell am Castroper Lambertusplatz hat Künstler Jan Bormann aufgeschreckt. Der fürchtet aus Brandschutz-Gründen das Aus für seinen Brunnen dort. Und dann steht da dieses Karussell.

Castrop

, 08.07.2020, 06:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Kinderkarussell auf dem Lambertusplatz hat am Dienstag (7.7.) für kurze Aufregung gesorgt. Es stand da auch schon am Montag und drehte sich beizeiten, wenn ein Kind mitfahren wollte. Dienstagmittag war es schon zum Abtransport eingepackt.

Ein Kinderkarussell auf dem Lambertusplatz hat am Dienstag (7.7.) für kurze Aufregung gesorgt. Es stand da auch schon am Montag und drehte sich beizeiten, wenn ein Kind mitfahren wollte. Dienstagmittag war es schon zum Abtransport eingepackt. © Thomas Schroeter

Plötzlich stand da jetzt ein Kinderkarussell auf dem Lambertusplatz in der Castroper Altstadt. Nicht weit vom Brunnen des Künstlers Jan Bormann entfernt. Der ringt mit der Stadt seit längerer Zeit um die Zukunft seines Brunnens.

Der könnte - so steht es im Raum, ohne bisher konkret beraten oder entschieden zu sein - aus Brandschutzgründen abgeräumt werden müssen. Wenn sich denn letztlich klar ergibt, dass die Brunnensäule im Brandfall rund um den

Lambertusplatz Löschversuche behindert oder gar verhindert.

Brunnenfrage und Scheunenfrage

Bei der Stadt wird seit langer Zeit an einem Brandschutzkonzept gefeilt, das aber noch keine Spruchreife habe, wie es der Erste Beigeordnete Michael Eckhardt Anfang des Jahres auf Anfrage im zuständigen Ausschuss erläutert hatte.

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In Sorge um seinen Brunnen weist Jan Bormann aber schon lange darauf hin, dass 1. die Brunnensäule nicht im Wege stehe,

2. die zum Brunnenensemble gehörenden Sitzquader ringsum verschiebbar seien und

3. wenn, dann die Weihnachtsscheune auf dem Lambertusplatz erst recht den Brandschutz gefährde.

Karussell blockiert den Rettungsweg

Und nun stand da also das Kinderkarussell. Eine Steilvorlage für Jan Bormann. Der machte die Redaktion am Dienstag (7.7.) per Fax auf diesen „erneuten Fall einer Blockade des Rettungswegs“ aufmerksam und merkte darin weiter an: „Es wurde genau in der Zufahrt zur Platzfläche aufgebaut statt 20 Meter weiter vor dem Schlatholtgebäude. Ich kann nur hoffen, dass die Bewohner und Nutzer der umliegenden Gebäude Lambertuseck, Gemeindezentrum und Schlatholtgebäude von der Brandschutzdienststelle informiert wurden, sich für den Notfall Rettungswege zu sichern, Versicherungsschutz zu prüfen.“

Und all das stehe da ohne einen Wachschutz vor dem Karussell, wie Bormann zusätzlich moniert.

Stadt: Alles nur ein Missverständnis

Wie kann es dazu kommen? Das wollten wir von der Stadtverwaltung wissen. Ist der Standort vom Ordnungsamt, Feuerwehr und EUV so abgenommen? Wie sieht es tatsächlich mit dem Brandschutz aus? Wie lange bleibt das Karussell stehen?

Die Antwort der Stadt kam sehr prompt am Dienstag. Sprecherin Maresa Hilleringmann: „Das Aufstellen entstand aus einem Missverständnis heraus. Nach unseren Informationen wird das Karussell auch heute noch bzw. morgen wieder abgebaut.“

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Die generelle Frage der Sicherheit am Lambertusplatz und rund um die Lambertuskirche auf dem sehr engen Kirchhof bleibt aber nach wie vor ein (Aufreger-)Thema. Da es vor der Kommunalwahl am 13. September keine politischen Beratungen mehr gibt, wird es vor dem Herbst auch keine Entscheidungen zu treffen geben.

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