Polizei: Hinweise auf Marcel H. nicht einfach posten

Fotos aus Castrop-Rauxel

Die Suche nach dem mutmaßlichen Mörder Marcel H. hält die Region weiter in Atem: Auch in Castrop-Rauxel sind Bilder und Videos aufgetaucht, die den flüchtigen 19-Jährigen zeigen sollen. Das Problem: Die Hinweise wurden im Internet in verschiedenen Facebook-Gruppen gemeldet - dort helfen sie der Polizei aber nicht weiter.

CASTROP-RAUXEL

, 09.03.2017, 14:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizei: Hinweise auf Marcel H. nicht einfach posten

Das Fahndungsfoto zeigt den dringend tatverdächtigen 19-jährigen Mann aus Herne. Foto: Polizei Bochum

Im Internet machten am Mittwochabend Bilder sowie Videos aus Castrop-Rauxel die Runde, die vermeintlich den mutmaßliche Mörder Marcel H. aus Herne zeigen sollen. „Aus fast jeder Stadt im Umkreis kommen zurzeit Hinweise, denen wir nachgehen“, sagte Nina Vogt von der Polizeipressestelle Dortmund. Nähere Auskünfte konnte die Polizeisprecherin nicht geben – doch die Gerüchteküche aber brodelt. Auch an den Castrop-Rauxeler Schulen sollen sich laut unbestätigter Informationen Gerüchte rund um den gesuchten Herner verbreiten. So soll es in Kreisen der Schüler des Adalbert-Stifter-Gymnasiums heißen, der Herner sei in einem Edeka-Markt gesehen worden.

Hinweise direkt bei der Polizei melden

Wichtig ist allerdings, dass solche Informationen, die zum Verdächtigen führen können, auch tatsächlich bei der Polizei ankommen. Wer meint, den Verdächtigen gesehen zu haben oder ein entsprechendes Foto gemacht hat, sollte sich direkt bei der Polizei melden. Hinweise nehmen die Beamten unter der Rufnummer (0234) 9097500 entgegen.

„Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Bildern im Internet der falsche Weg“, sagt Ramona Hörst, Pressesprecherin der Polizei Recklinghausen. Das gelte unabhängig vom Fall des gesuchten Marcel H..

Einerseits erschwerten verbreitete Falschmeldungen die Arbeit der Polizei, andererseits kämen solche Informationen zum Teil erst Tage später bei der Polizei an – weil sich der Urheber dort nicht direkt meldete. „So etwas ärgert uns dann“, so Ramona Hörst.

Veröffentlichungen können juristische Konsequenzen haben

Aber auch rechtlich sei die Veröffentlichung von Bildmaterial, das fremde Personen zeigt – wie etwa am Mittwochabend geschehen – problematisch. Die Bildrechte liegen – selbst bei einer öffentlichen Fahndung – bei der abgebildeten Person selbst. Privatpersonen, die trotzdem ein solches Foto veröffentlichen, drohen rechtliche Konsequenzen.

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