Polizei warnt vor Männern, die im Stadtgebiet Einfahrten reinigen wollen

rnNeue Betrugsmasche

Die Kreativität von Betrügern kennt keine Grenzen. Momentan sind Männer im Stadtgebiet unterwegs, die Einfahrten reinigen - für 300 Euro. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche.

Frohlinde

, 08.04.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betrüger sind ja bisweilen sehr kreativ unterwegs, wenn es darum geht, in kürzester Zeit möglichst viel Geld zu erbeuten. In Castrop-Rauxel gibt es jetzt eine neue Masche, mit der zwei Männer versuchen, das schnelle Geld zu machen.

„In Frohlinde machen zwei Männer die Runde, die mit einem Kärcher unterwegs sind“, sagt Peter Blau. Er selbst wohnt auch in Frohlinde und konnte seine Schwiegermutter davor bewahren, viel Geld an mutmaßliche Betrüger zu verlieren. Am Montagmorgen, die Sonne schien so schön, tauchten zwei Männer an der Vincennestraße auf. Sie schellten und boten an, die Einfahrt sauber zu machen. „Meine Schwiegermutter ist 90 Jahre alt und dement“, sagt Blau. Sich zu wehren, fällt da schwer.

„Holen Sie schon mal 300 Euro“

Die Männer begannen ihre Arbeit in der Einfahrt. „Sie sagten, meine Schwiegermutter solle schon mal 300 Euro holen“, so Blau. Eine aufmerksame Nachbarin rief bei Peter Blau an. „Sie weiß, dass ich das sonst immer mache und hat sich über die fremden Männer gewundert.“

Peter Blau und seine Frau machten sich sofort auf den Weg in die Vincennestraße. Dort trafen sie die Männer noch an. Die Schwiegermutter suchte derweilen im Haus nach Bargeld, um die völlig überteuerte Rechnung zu bezahlen. Peter Blau stellte das Wasser ab und sagte den Männern, dass sie sofort verschwinden sollen. „Das haben sie dann auch sofort gemacht“, sagt Blau. „Aber 15 Minuten später und die wären mit dem Geld weg gewesen.“

Betrüger hatten auch Nachbarn im Visier

Der 88-jährige Nachbar habe schon auf seiner Terrasse auf die Männer gewartet. Auch dort hatten sie ihre „Hilfe“ angeboten. 600 Euro, die mehr als schnell in die Tasche der Männer gewandert wären.

Die Polizei kennt solche Maschen. Üblicherweise werden auch Pflaster- oder Dacharbeiten angeboten. So wie Mitte März in Dorsten. Nicht immer gehe es „nur“ um horrende Rechnungen. „Manche Betrüger versuchen so auch, in fremde Wohnungen und Häuser zu gelangen“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst auf Anfrage. Sie rät dazu, Handwerkern, die von Tür zu Tür kommen, grundsätzlich skeptisch gegenüber zu sein. „Wer ein schlechtes Bauchgefühl hat, sollte sofort bei uns anrufen.“

Polizei nimmt Personalien auf

Und was macht die Polizei dann? „Wir fahren sofort raus, wenn die Leute noch vor Ort sind. So können wir wenigstens schon einmal die Personalien aufnehmen, falls hinterher etwas ist“, sagt Hörst. Seriöse Handwerker hätten kein Problem damit, wenn die Polizei sie kontrolliert.

Bei Peter Blau konnte die Polizei nichts mehr machen. Die Täter waren schon über alle Berge - mit einem Kleintransporter mit Bochumer Kennzeichen.

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