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Prozess: Schlägerei wegen dreckigem Hotelzimmer

Amtsgericht Castrop-Rauxel

Morddrohungen am Telefon und eine Schlägerei mit einem Hotelier aus Castrop-Rauxel: Vor dem Amtsgericht muss sich ein Mann aus Hessen verantworten. Er soll ausgerastet sein, weil ihm sein Hotelzimmer nicht gefiel. Der Angeklagte bestreitet das, er sei vom Hotelier angegriffen worden.

CASTROP-RAUXEL

, 05.07.2016 / Lesedauer: 3 min
Prozess: Schlägerei wegen dreckigem Hotelzimmer

Streit im Hotel: Vor dem Amtsgericht muss sich ein Mann aus Hessen verantworten. Er soll einen Hotelier aus Castrop-Rauxel beleidigt und geschlagen haben.

Eigentlich hatte es ein ruhiger Kurzurlaub im Ruhrgebiet werden sollen, doch der Urlaub lief völlig aus dem Ruder. Weil ihm und seiner Freundin das gebuchte Hotelzimmer in Castrop-Rauxel nicht gefiel, soll der Mann auf den Hotelier eingeprügelt haben. Der Mann aus Hessen muss sich jetzt wegen schwerer Körperverletzung und Beleidigung vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel verantworten.

Im Mai letzten Jahres traf sich der Mann mit seiner Lebensgefährtin in Bochum. Sie bummelten und gingen essen, bevor sie ein Taxi zu ihrem Hotel in Castrop-Rauxel nahmen. Doch dort erwartete sie ein Zimmer, das offenbar nicht ihren Vorstellungen entsprach.

Lebensgefährtin versteckte sich im Biergarten

Der Fernseher soll defekt gewesen sein, die Kopfkissen schmutzig und auch das Bad soll nicht sauber gewesen sein. Außerdem habe in der Minibar eine Whiskyflasche gestanden, die mit Wasser gefüllt gewesen sei, berichtete die Lebensgefährtin des Angeklagten, „mein Freund hat den Hotelbesitzer angerufen und gesagt, er wolle auschecken und sofort sein Geld zurück“. 

Bevor der Hotelier erschien, verließ das Paar das Haus über den Hinterausgang, um draußen auf ein Taxi zu warten. „Ich war rund 20 Meter hinter ihm, als ich plötzlich Schreie und dumpfe Schläge hörte“, schilderte die Zeugin die Situation. Sie habe sich spontan im Biergarten des Hotels versteckt, von dort aber sehen können, dass zwei Männer mit Stöcken auf ihren Lebensgefährten einprügelten.

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Angeklagter soll blaue Flecken und gebrochenen Finger gehabt haben

„Das war ein Totschläger oder ein Schlagstock“, erklärte der Angeklagte die Verletzung an Oberarmen und Oberschenkel. Auch die Hände waren aufgeschürft. Zugefügt hätten ihm diese Verletzungen zwei Unbekannte, die im Biergarten des Hotels über ihn hergefallen seien.

Der Taxifahrer soll bei seiner Ankunft die Prügelei schließlich beendet haben, dann sei er mit dem Angeklagten davon gefahren. Ohne die Frau, die ohne Ortskenntnis zurück blieb. Zu Fuß habe sie sich auf den Weg gemacht, schließlich ein Taxi gefunden, das sie zurück zum Bochumer Bahnhof brachte. Gegen drei Uhr fand das Paar in einem Bochumer Hotel wieder zusammen. Der Angeklagte hatte erhebliche Blessuren – blaue Flecken und gebrochene Finger.

Telefonaufnahme soll Morddrohung belegen

Der Hotelier bestreitet die Darstellung des Paares. Der Mann aus Hessen habe ihn bereits am Telefon auf das Übelste beschimpft und mit dem Tode bedroht. Vor Gericht wurde ein aufgezeichnetes Telefonat vorgespielt, das die Vorwürfe belegen soll. Das Gericht will nun klären, ob auf der Tonaufnahme wirklich die Stimme des Angeklagten zu hören und was in der Nacht im Mai genau passiert ist.

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Ein 50-jähriger Zeuge aus Weimar schilderte, dass der Angeklagte dermaßen laut auf dem Hotelflur herum geschrieen habe, so dass er seine Tür geöffnet und um Ruhe gebeten habe. Ohne Wirkung. Doch vom weiteren Verlauf und der Schlägerei im Biergarten habe er nichts mitbekommen. Bevor der Richter ein Urteil fällt, will er weitere Hotelgäste vernehmen lassen. Sie werden am Freitag, 15. Juli, vorgeladen. 

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