Prügelei nach Vofi-Fete: Mythos zieht Konsequenzen - „Abiturienten sind uns zu anstrengend“

rnTanzpalast

Abiturienten sind die schlimmsten Party-Veranstalter: Das schildert Marvin Michalek vom Tanzpalast Mythos nach der Eskalation nach einer Vor-Abi-Fete. Die Schlägerei wird Folgen haben.

Habinghorst

, 26.11.2019, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Vofi-Fete ist ein Grund, Spaß zu haben und zusammen zu feiern - und dabei die Jahrgangsstufen-Kasse zu füllen. Das Konzept ist bekannt. Etwa viermal im Jahr finden allein im Tanzpalast Mythos Vor-Abi-Feiern statt. Die am Wochenende war ein Ausreißer nach unten.

Keine Prügelei im Mythos, sondern nur im Umfeld

Es gab - wohlgemerkt nicht im Mythos, sondern „nur“ im Umfeld - heftige Prügeleien. Die Polizei sprach von rund 150 Leuten, die zumindest in der Nähe waren, als es nach Ende der Party in der Nähe und an der Borghagener zu Auseinandersetzungen und einem Einsatz der Streife kam. Jetzt meldet sich der Veranstaltungs-Chef des Mythos zu Wort.

Prügelei nach Vofi-Fete: Mythos zieht Konsequenzen - „Abiturienten sind uns zu anstrengend“

Marvin Michalek vom Mythos © Matthias Stachelhaus

Bis 1 Uhr habe die Jahrgangsstufe Q2 des Ernst-Barlach-Gymnasiums, die im Mai 2020 Abi machen wird, den Saal gemietet, berichtet Marvin Michalek, der als Bankettleiter das Veranstaltungsmanagement im Mythos macht. „Dann haben wir die letzte Runde ausgerufen und so langsam alle Gäste rausgeschickt“, erinnert er sich an den Samstagabend.

Sechs Sicherheits-Mitarbeiter im Einsatz

Sechs Türsteher seien bei einer solchen Veranstaltung im Einsatz, stets gebucht vom Mythos selbst und bei den Kosten umgelegt auf den Veranstalter. Es sei auch alles ruhig geblieben - bis es in der Nähe des Lokals aus Richtung der Grünanlage „Am Busch“ laut wurde.

„Unsere Sicherheitsleute, mit denen wir immer zusammen arbeiten, haben mich gefragt, ob sie einschreiten sollten“, sagt Michalek. Er verneinte und rief daraufhin die Polizei. „Wir haben daraufhin die noch rund 30 Leute im Lokal erst einmal drin gelassen.“ Man habe verhindern wollen, dass es noch mehr Schaulustige gebe.

Waren es 150 Personen oder doch nur 60 bis 80?

Von den anwesenden 150 Personen, die die Polizei nannte, distanziert er sich: „Das waren vielleicht 60 bis 80 Leute vor unserer Tür“, so Michalek. Dazu seien aber auch Schaulustige gekommen. Und dass es sich bei der Gruppe, die eskalierte, um Partygäste gehandelt habe, sieht er als nicht erwiesen an: „Es kamen definitiv auch Leute aus Richtung Lange Straße dazu“, schildert er weiter.

Prügelei nach Vofi-Fete: Mythos zieht Konsequenzen - „Abiturienten sind uns zu anstrengend“

Im Tanzpalast Mythos wird gern gefeiert. Bei der "Kultparty" anlässlich von Weiberfastnacht zum Beispiel ist hier oft der Bär los. © jost

Gegen 2 Uhr habe ihn die Polizei gebeten, die Außenbeleuchtung heller zu stellen. Denn die Beamten sagten, die Dunkelheit habe für eine unübersichtliche Situation gesorgt. So konnte es dann zu einer Schlichtung kommen, in deren Zuge die Polizei auch vier Personen zum Verhör mitnahm.

Mythos fasst Entschluss: keine Vofi-Feten mehr

Für das Mythos stand nach einer Besprechung am Montag eines fest: Abi-Vofi-Feten wird es hier nicht mehr geben. „Das war die letzte, das ist uns zu anstrengend“, sagt Michalek am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Vom Faktor Gewalt her seien Abiturienten deutlich schwieriger als Hauptschüler: „Wenn Hauptschüler ihren Zehner-Abschluss bei uns feiern und wir um 1 Uhr schließen, dann räumen sie noch Gläser mit auf und gehen um 1 Uhr nach Hause“, so Michalek. „Abiturienten dagegen sagen sich offenbar: Heute gehen wir mal so richtig ab.“ Diese Partys, ganz gleich ob vom EBG, von der Willy-Brandt-Gesamtschule, vom Adalbert-Stifter-Gymnasium oder von mehreren Stufen gemeinsam, „sind immer anspruchsvoller für uns geworden“.

„Eine wilde Selektiererei“ am Einlass

Im Gegensatz zu Feiern wie „Tanz in den Mai“ oder Halloween habe man beim Einlass nicht so eine gute Kontrolle: „Da gibt es immer eine wilde Selektiererei von den Schülern selbst: Der darf rein, der aber nicht.“ Oft sei dann unklar, wer zu wem gehöre. Nur Vorverkauf, aber keine Abendkasse zu machen, sei keine Option, denn die Schüler wollen ja möglichst viel Geld einnehmen.

Die drei, vier Feiern im Jahr fallen dem Mythos dadurch aus. „Klar bricht damit auch ein stückweit Finanzierung weg. Aber weil viele Jugendliche ohnehin oft irgendwo außerhalb ihre Flaschen deponieren und draußen mehr trinken als drinnen, ist das zu verschmerzen.“ Größer wird das Problem vermutlich für die Schüler: Sie verlieren einen beliebten Veranstaltungsort.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt