Bei einer Facebook-Sprechstunde stellte sich Bürgermeister Rajko Kravanja am Montag wieder Fragen von Bürgern speziell zum Themenkreis Corona. © Thomas Schroeter
Online-Sprechstunde

Rajko Kravanja: Durststrecke im Bürgerbüro wird in zwei Wochen enden

Bürgermeister Rajko Kravanja hat am Donnerstag zur Facebook-Sprechstunde geladen. Bürgerbüro, E-Scooter, Digitalisierung waren einige der gefragten Themen. Auch ein Fast-Versprechen gab es.

Regelmäßig lädt Bürgermeister Rajko Kravanja zur Bürgersprechstunde ein. Erstmals seit Längerem war diesmal die Corona-Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen nicht das beherrschende Thema. Dauerbrenner bei den Online-Sprechstunden gibt es aber. Auch diesmal, als am Donnertagabend (30.9.) Bürger über knapp zwei Stunden hinweg Fragen schickten.

Viel Raum nahm das Thema Bürgerbüro ein. „Nächstes Mal werden wir positiv darüber sprechen“, sagte Rajko Kravanja: „Das würde ich mir fast als Versprechen abringen lassen.“ Man befinde sich in der Mitte des Flaschenhalses. Aber, das räumte er ein, es sei noch schwierig, online einen Termin im Bürgerbüro zu bekommen.

Kravanja nannte Gründe: Man habe nach hinten dicht gemacht, vergebe also nur sechs Wochen im Voraus Termine. Der Hintergrund: Viele Bürger hätten weit im Voraus Termine abgemacht, die dann aber nicht eingehalten und nicht abgesagt. 20 Prozent der Termine, die pro Tag vergeben werden, würden – zum Teil heute noch – ausfallen. Er wolle den Schwarzen Peter aber nicht den Bürgern zuschieben. „Wir haben selber genug Mist gebaut“, so der Bürgermeister.

Künftig kann nur ein Termin pro E-Mail-Adresse gemacht werden

Deshalb wird es weitere Änderungen geben. Zukünftig kann man nicht mehr mit einer E-Mail-Adresse mehrere Termine buchen. Dass jemand sich also einen schnellen Termin bucht und schon einen in drei Monaten hat, werde dann nicht mehr funktionieren, sagte Kravanja. Wer beispielsweise für seine Eltern gleich einen Termin mitbuchen wolle, müsse eine Mail schreiben oder über die Telefon-Hotline gehen.

Man habe aber auch schon eine ganze Menge getan, so Kranvanja: So seien am Schnellschalter bereits 3300 Ausgaben gemacht worden. „Wir merken an den Zahlen, dass der Flaschenhals kleiner wird.“ Er rechnet mit einer Durststrecke von jetzt noch 14 Tagen.

Personal wurde aufgestockt, und es soll noch mehr werden. Wenn dem Rat der Haushalt für 2022 vorgestellt wird, wird es auch um zwei weitere Stellen für das Bürgerbüro gehen. Kravanja stellte sich zudem vor seine Mitarbeiter. Sie hätten sich mit dem kommissarischen Leiter mehrfach hingesetzt. „Die wollen das selber rocken, wollen nicht negativ in der Presse auftauchen. Die leisten da tolle Arbeit“, betonte er. Es ginge nicht um die Mitarbeiter, sondern um das „Organisationsverschulden, was wir aufarbeiten“.

Fragen gab es zu vielen weiteren Themen:

  • Coronatests: Die Stadt schließt in wenigen Tagen das kommunale Testzentrum, auch weil mit einem jetzt notwendigen Bezahlsystem der Aufwand zu groß werde. Aber wenn Bedarf sei und der Markt es nicht hergebe, werde man ein Angebot schaffen.
  • E-Scooter: Bei einem Anbieter wird es nicht bleiben. In der kommenden Woche führt Rajko Kravanja mit einem zweiten Anbieter Gespräche, ein weiterer hat Interesse angemeldet. „Das stellt uns vor eine Herausforderung.“
  • Straßensanierung: Einige Bürger mahnten, zu viele Straßen seien in einem schlechten Zustand. Kravanja machte Hoffnung: In den kommenden Ausschüssen werde ein Ausbauprogramm für die nächsten Jahre vorgelegt. Da könne jeder nachsehen, wann welche Straße gemacht werde.
  • Zu viele Lkw auf der Pallasstraße: Kravanja verwies auf zwei Lösungsansätze. Zum einen Kontrollen. Von großer Bedeutung sei aber, eine Lösung für die Brücke an der B 235 zu finden. Weil sie nicht hoch genug ist, wählen Lkw-Fahrer andere Routen. Hier sei die Stadt aktuell dabei auszuloten, wie die Senke ausgebaut werden könne.
  • Luftfilter an Grundschulen: Nur wenige Gemeinden bundesweit würden Förderprogramme nutzen, so Kravanja. Sie seien zu kurz gegriffen und zudem sehr aufwendig. Die fest eingebauten Anlagen erforderten bauliche Veränderungen. So wie das Programm aufgelegt sei, sei das nicht umsetzbar.
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen