Auch das St.-Rochus-Hospital bestätigt den Trend: Es gibt mehr Aggressionen unter Patienten, mehr Übergriffe auf Pflegekräfte und Ärzte - und damit wohl bald auch mehr Kosten für die Klinik.

Castrop-Rauxel

, 30.04.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Trend geht klar in die eine Richtung: Die Übergriffe von Patienten auf das Personal im Krankenhaus nehmen zu. Vor allem in der Notaufnahme, also da, wo Patienten wegen akuter Beschwerden - oft auch im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen - eingeliefert werden.

Jetzt lesen

„Die Problematik ergibt sich insbesondere in der Zentralen Notaufnahme“, sagte Winfried Diekmann, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses (EvK) Castrop-Rauxel kurz vor Ostern. Und nach dem EvK bestätigt nun auch das Rochus-Hospital diese Beobachtungen. In unserem Fragebogen (siehe unten) geht das Altstadt-Krankenhaus sogar auf ganz konkrete Maßnahmen ein, die zurzeit in der Krankenhausverwaltung der St.-Lukas-Gesellschaft zu diesem Thema anstehen. Sie sind zum Teil recht kostspielig.

Interner Leitfaden wird erneuert

Sprecher Holger Böhm sagt auf Anfrage, dass derzeit ein interner Leitfaden zum Verhalten bei Übergriffen erstellt werde. Darin soll festgehalten werden, wie sich Mitarbeiter in einem Ernstfall verhalten müssen. Zudem denkt das Rochus über die Einführung eines Notrufsystems nach. Böhm nennt da zum Beispiel das des Anbieters Ascom, ein System vor allem für allein arbeitende Menschen, das schnell andere Mitarbeiter alarmiert.

Jetzt lesen

Und: Die Klinik will die Zugangsmöglichkeiten zum Krankenhaus einer erneuten Prüfung unterziehen. Wo kommen Menschen unbeobachtet ins Rochus hinein? Wie kann man Randalierer daran hindern?

Unser Sicherheits-Fragebogen und die Antworten des Rochus-Hospitals im Überblick:

? Stellen Sie im St.-Rochus-Hospital ein ansteigendes Aggressionspotenzial bei Patienten fest?

Das Aggressionspotenzial hat in den vergangenen Jahren eher zugenommen, insbesondere in der Zentralen Notaufnahme und dann in den Abend- und Nachtstunden. Oftmals geht ein erhöhtes Aggressionspotenzial mit einer Alkoholisierung bzw. Drogenkonsum der Patienten einher.

? Wie gehen Pfleger und Ärzte ggf. damit um? Wirkt sich das negativ auf Arbeitsklima/Motivation aus - nach dem Motto: Man will helfen und wird dafür angegriffen…

Solche Situationen stellen selbstverständlich eine erhöhte Belastung für die Mitarbeiter dar. Jeder verarbeitet die jedoch auf unterschiedliche Art und Weise. Dementsprechend kann es zu negativen Auswirkungen auf das Arbeitsklima / die Motivation kommen.

? Gab es in den vergangenen Monaten/im vergangenen Jahr Fälle, die im St.-Rochus-Hospital besonders in Erinnerung geblieben sind?

Es gab in der Vergangenheit immer wieder potenziell gefährliche Situationen, die aufgrund der Aufmerksamkeit und der Erfahrung des Personals frühzeitig entschärft werden konnten, indem die Polizei gerufen wurde. Körperliche Verletzungen der Mitarbeiter konnten so verhindert werden.

? Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es im Rochus, die das Personal hier schützen/unterstützen? Kameras/Sicherheitsdienst/Schulungen?

  • Sensible Bereiche sind kameraüberwacht.
  • Der Zugang in den Abend- und Nachtstunden ist grundsätzlich auf den Haupteingang und die Liegendanfahrt beschränkt.
  • Die Fortbildung „Gewalt gegen Pflegekräfte und Ärzte in der ZAD“ wird seit einigen Jahren angeboten, um die Mitarbeiter auf solche Ausnahmesituationen vorzubereiten.
  • Es besteht die Möglichkeit, über den Empfang aus anderen Bereichen im Krankenhaus Unterstützung herbeizurufen.

Jetzt lesen

? Reichen diese Maßnahmen der Erfahrung des Krankenhauses nach aus?

Bislang haben diese Maßnahmen aus unserer Sicht ausgereicht. Dennoch nehmen wir auch die kürzlich aufgetretene Situationen erneut zum Anlass, uns zu hinterfragen, wie wir die Situation und die Sicherheit der Mitarbeiter, insbesondere in der Zentralen Notaufnahme, verbessern können.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt