Rapper aus Castrop-Rauxel sorgt für Furore im Netz

H1 über Toleranz und Mut

Das Ding geht in den Sozialen Netzwerken ab: Der neue Song "Wir sind frei" des Castrop-Rauxeler Rappers André Hauter - Künstlername H1 - über Toleranz und Mut hat eine große Welle der Resonanz erzeugt. Im Interview verrät er, wen er mit seinem Lied erreichen wollte und was in den vergangenen Tagen passiert ist.

CASTROP-RAUXEL

, 14.11.2015, 04:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rapper aus Castrop-Rauxel sorgt für Furore im Netz

André Hauter und Kira Wenske haben den Song "Wir sind frei" aufgenommen.

Es ist ein wahrer Gänsehaut-Song, den André Hauter da innerhalb von einem Tag aufgeschrieben hat. Mehr hat der Castrop-Rauxeler Rapper, auch bekannt als H1, für seine warmen Worte im Song „Wir sind frei“ nicht gebraucht. Und dennoch berühren die Liedzeilen, in denen Hauter dazu auffordert, sich nicht von „Flaschen werfenden Spinnern“ unterkriegen zu lassen.

Hauter nimmt Bezug auf die Angriffe auf Flüchtlingsheime sagt aber auch, dass das Lied ganz allgemein zu verstehen sei. Es ist ein Aufruf gegen den Hass und für mehr Toleranz, eine Abrechnung mit den vielen empathielosen Menschen, die doch gerade während der aktuellen Flüchtlingsbewegungen immer öfter ihr wahres Gesicht zeigen.

Vor ein paar Tagen drehte er dann spontan auf dem Schulhof des Adalbert-Stifter-Gymnasiums ein Musikvideo zu dem Song. "Freunde haben es mit einer normalen Spiegelreflexkamera gedreht“, sagt Hauter, der das Video am heimischen PC selbst schnitt.

Hier das YouTube-Video:

 

Mit an Bord ist auch Kollegin Kira Wenske (19). Die beiden lernten sich über das Netz und die Liebe zur Musik kennen und haben mit „Wir sind frei“ nun schon den vierten Song zusammen aufgenommen. Das Lied findet in den sozialen Netzwerken bereits große Resonanz. 

Was genau die Idee hinter dem Song ist, für wen er das Lied genau geschrieben hat, ob er selbst mal Rassismus erlebt hat und wer sich nach der Veröffentlichung alles bei ihm gemedeldet hat, hat er uns im Interview verraten:

 

 

Dass er mit seinen Songs so viel Erfolg haben würde, hätte Hauter nach seiner bewegten Vergangenheit nie gedacht. In Deininghausen aufgewachsen, zog der heute 28-Jährige durch die Straßen und trieb dort nicht selten Unfug. "Erst als ich angefangen habe Musik auf einem Diktiergerät aufzunehmen und es sich ganz gut anhörte, bin ich von der Straße gekommen", wird Hauter in einem Artikel zitiert, in dem es um seinen WM-Song von 2014 geht.

Neues Album am 20. November online

Inzwischen hat der Rapper auf Youtube über 14.000 Abonnenten, bei Facebook über 6000 Freunde und einen eigenen Produzenten aus Hamburg. „Wir sind frei“ ist der erste Song, den Hauter von seinem neuen Album präsentiert. „Phänomen“ heißt es und wird ab dem 20. November online über Portale wie Napster, Spotify oder Amazon zu hören sein. 

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