Raub-Überfall: Was mit dem 17-Jährigen passiert

Frühstücksladen in Habinghorst

Was passiert mit dem Jugendlichen, der früh am Montagmorgen „Tante Emma’s Frühstücksservice“ in Castrop-Rauxel überfallen hat? Mit welcher Strafe muss er rechnen? Wie kann der 17-Jährige überhaupt an eine Waffe gekommen sein? Hier lesen Sie die Antworten auf diese Fragen.

CASTROP-RAUXEL

, 11.01.2017, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was sagt die Staatsanwaltschaft?

„Gegen den Jugendlichen ist am 9. Januar Haftbefehl erlassen worden“, sagte Henner Kruse, Sprecher der zuständigen Dortmunder Staatsanwaltschaft über die Folgen des Überfalls auf den Laden an der Römerstraße im Castrop-Rauxeler Stadtteil Habinghorst. Während der U-Haft sei der 17-Jährige in einer Jugendhaftanstalt, so Kruse – in welcher, ist offen. Offen ist auch, wie lange diese Untersuchungshaft aufrecht zu erhalten ist: Normalerweise gilt sie bis zu der Hauptverhandlung, die im Richterspruch endet und mit dessen Vollzug das genaue Strafmaß regelt.

Während dieser Untersuchungshaft kann ein Inhaftierter aber Rechtsmittel einlegen und eine Haftprüfung oder Haftbeschwerde anstrengen. Das habe der Jugendliche, der 17 Jahre alt ist, über einen Rechtsanwalt auch bereits getan, so Kruse.

Wie hoch könnte das Strafmaß sein?

Zum Strafmaß machte Staatsanwaltschafts-Sprecher Henner Kruse allgemeine Angaben. Bei Jugendlichen sei das „immer schwierig“. Die maximale Strafe für Minderjährige seien 10 Jahre Jugendhaft, bei Erwachsenen gelte in dieser Sache ein mögliches Strafmaß von 5 bis 15 Jahren.

Was genau war passiert?

Beim Raubüberfall am Montag (9. Februar) um 4.10 Uhr an der Römerstraße machte der Jugendliche, ein 17-Jähriger aus Castrop-Rauxel, eine Beute in Höhe von etwa 200 Euro. Er hielt einer Mitarbeiterin des Frühstücks-Lädchens kurz nach dessen Öffnung eine Waffe vor und zwang sie dazu, das Geld aus der Kasse des Geschäfts in seinen Rucksack zu legen.

Als er das Geschäft verließ, erkannte Ladeninhaber Nikolaus Kazinakis (46) erkannte, dass der Jugendliche die Pistole im Rucksack verstaut hatte. Kazinakis rannte hinterher und riss den 17-Jährigen auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft zu Boden. Die von einer zweiten Mitarbeiterin alarmierte Polizei traf wenige Minuten später ein, legte dem Täter Handschellen an und führte ihn ab. 

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Wie kann es sein, dass der 17-Jährige eine Pistole hatte?

Darauf antwortete Michael Franz, Sprecher der Polizei im Kreis Recklinghausen, wie folgt:

  • "Es gibt zwar Waffen, für deren Besitz man keine Erlaubnis braucht. Aber selbst die darf man nur als Erwachsener kaufen."
  • "Signalwaffen, Schreckschusspistolen oder Gaspistolen haben im Lauf eine spezielle Prägung mit F oder PTB. Erlaubnisfrei heißt aber nur kaufen und mit nach Hause nehmen. Ich darf sie aber außerhalb meines befriedeten Besitztums, also Haus, Garten oder ähnlichem, nicht tragen. Dafür braucht man einen kleinen Waffenschein."
  • "Wenn man schießt, steht fahrlässige Körperverletzung als Straftat im Raum."
  • "Bei genehmigungspflichtigen Waffen sind die Anforderungen hoch, überhaupt eine genehmigt zu bekommen. Die Regelungen für die Aufbewahrung sind deutlich verschärft worden. In der Regel bekommen nur Jäger oder einige wenige im Wachschutz tätige Menschen den großen Waffenschein."
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