RB43: Bahnfahrer verzweifeln - Schuld sind Millimeter

Probleme im Zugverkehr

Weniger Wagen, viele Ausfälle, lange Wartezeiten: Eigentlich sollte die Emschertalbahn (RB43) von Dorsten über Castrop-Rauxel nach Dortmund mit neuen Fahrzeugen fahren. Doch die entsprachen nicht den Vorgaben. Nun sind auf der Strecke uralte Wagen im Einsatz, mit denen es ständig Probleme gibt. Wie wenige Millimeter dafür sorgen, dass Bahngäste verzweifeln.

CASTROP-RAUXEL

, 01.07.2017, 09:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
RB43: Bahnfahrer verzweifeln - Schuld sind Millimeter

Seit Jahresbeginn müssen bei der Bahnlinie RB43 alte Bahnen eingesetzt werden. Auch am Bahnhof Castrop-Rauxel Süd bemerken das die Fahrgäste.

Kunden bekommen die Probleme mit den älteren Fahrzeugen zu spüren. Denn häufig passen nicht alle Fahrgäste in die überfüllten Bahnen und müssen eine Stunde am Gleis warten. „Es läuft gerade nicht wirklich optimal“, räumt ein Bahnsprecher auf Anfrage dieser Redaktion ein.  Die von vielen Bahngästen täglich genutzte RB43, die von Dorsten nach Dortmund fährt, sei zurzeit nur mit einem Wagen – anstatt wie bisher mit zweien – unterwegs. „Für uns und die Gäste ist es gerade jetzt besonders unbefriedigend, weil viele Schulklassen die Verbindung für ihre Wandertage nutzen“, sagt VRR-Pressesprecher Dino Niemann. Dadurch sei es besonders voll – auch an den Haltestellen Castrop-Rauxel Süd und Merklinde.

Eine Stunde warten auf die nächste Bahn 

Zum Teil könnten nicht alle Wartenden mitfahren, weil der eingesetzte Wagen bereits ausgelastet ist. Dann heißt es Warten auf die nächste Bahn – bei der Emschertalbahn eine ganze Stunde.

Wann Besserung in Sicht ist, ist noch nicht klar. Fest steht, dass 36 neue Dieseltriebwagen schon seit Jahresbeginn im Einsatz sein sollten. Zuletzt war der Termin auf Mitte 2017 verschoben worden. Doch die Fahrzeuge der polnischen Firma Pesa, die erstmals für den deutschen Markt entwickelt wurden, hat das Eisenbahnbundesamt nicht zugelassen. Der Grund: Sie waren einige Millimeter zu breit und haben auch weitere Vorgaben nicht erfüllt. Jetzt müssen die Baupläne nachgebessert werden, erst dann kann die Produktion starten. „In diesem Jahr rechne ich nicht mehr damit, dass es klappt“, sagt der Bahnsprecher.

Die Verantwortung dafür liege beim Hersteller, teilte die Bahn mit. Dieser habe sich nicht hinreichend mit den deutschen Vorschriften auseinandergesetzt. DB Regio und Pesa wollen nun enger zusammenarbeiten, um eine Genehmigung zu bekommen. 

"Besser, als wenn wir den Zugverkehr komplett ausfallen lassen"

Weil die bisherigen Fahrzeuge für die Strecke bereits verplant waren, besorgte die Deutsche Bahn ältere Fahrzeuge aus dem Kölner Raum. Doch die, so der Bahnsprecher weiter, seien dadurch auch anfälliger und müssten häufiger in die Werkstatt – besonders bei sehr hohen Temperaturen, die den Motor stark belasten. Dadurch komme es zu Ausfällen, weniger eingesetzten Wagen und überfüllten Bahnen. „Ich glaube, das ist trotzdem noch besser, als wenn wir den Zugverkehr auf dieser Strecke komplett ausfallen lassen müssten“, sagt Dino Niemann.

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