Die heutigen Klüngelskerle fahren zumeist in solchen Fahrzeugen: Mercedes Sprinter, Ford Transit und Co. Viele haben den obligatorischen Flötenton am Fahrzeug. © (A) Malte Woesmann
Schrottsammler

Reaktionen auf Klüngelskerl-Zählung: Ickerner motzt über „Schrott-Diebe“

Die flötenden Klüngelskerle beschäftigen die Menschen in Castrop-Rauxel: Nach unserem Bericht gingen verschiedene Reaktionen ein. Einer meint, die Zahl habe abgenommen. Andere fordern Konsequenzen.

Der Becklemer Heinz-Peter Böddeker machte mit seiner privaten Klüngelskerl-Zählung über vier Jahre hinweg den Auftakt: 417 Mal, sagt er, drehte einer der Schrottsammler in seinem Viertel die Runde. So viel Altmetall könne man gar nicht haben, findet er.

Nach dem Bericht über seine Zählung und die Hintergründe regten sich auch andere. Andre Kranich aus Pöppinghausen schrieb uns als Reaktion darauf: „Von einem kleinen Stadtteil zum anderen kleinen Stadtteil, so dürfte wohl der Weg der Schrottsammler mehrfach wöchentlich verlaufen.“ Er findet: „Es war in den vergangen Jahren schon wesentlich schlimmer als aktuell. Da hatte man kein Problem, fünf bis sieben dieser Wagen täglich zu sehen und zu hören. Schon ziemlich aufdringlich und nervig“, so Kranich.

Aktuell beschränke es sich auf ein paar Wagen pro Woche, „die dudelnder Weise durch unser schönes Pöppinghausen fahren“, meint der Castrop-Rauxeler. Und: „Wenn es so bleibt, ist alles gut. Dennoch sollten die zuständigen Ämter regelmäßig kontrollieren, ob legal gesammelt wird.“

Stadt verweist auf Kreis verweist auf Polizei

Ein anderer will das nicht so einfach hinnehmen: Fabian Kaese aus Ickern. Der meint: „Leider wird man immer nur weiterverwiesen. Das Ordnungsamt sagt mir, der Kreis sei zuständig. Der Kreis sagt: Bei ausländischen Kennzeichen sei die Polizei zuständig. Und die Polizei kann gar nicht so schnell vor Ort sein, wie die ‚Schrott-Diebe‘ wieder weg sind“, schreibt Kaese in einer E-Mail.

Um das Problem auf die politische Bühne zu heben, habe der CDU-Ratspolitiker nun beim Ordnungsdezernenten (Michael Eckhardt, ebenfalls CDU) angefragt, ob es möglich sei, „eine Liste mit allen Kennzeichen legaler Schrottsammler zu veröffentlichen, damit Anwohner berechtigte Fahrzeuge direkt erkennen und unberechtigte Fahrzeuge vermehrt melden können“. Kurzantwort: Der Kreis sei zuständig.

Nun wolle er Politiker aus dem Kreistag auf das Problem ansetzen, so Kaese. „Wünschenswert wäre anstatt eines Blitzermarathons z.B. mal ein Schrott-Diebe-Marathon“, findet er. Denn nicht nur die Bürgerschaft werde durch das ständige Gebimmel immer genervter, gerade unsere „heimischen echten Klüngelskerle werden durch die illegalen Schrott-Diebe geschädigt“. Er sagt: „Meinen Schrott lasse ich nicht einfach vorne an der Straße liegen, meinen Schrott kriegt nur der Klüngelskerl meines Vertrauens.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
Zur Autorenseite
Tobias Weckenbrock