Mallorca-Urlaub trotz Corona? Die Castrop-Rauxeler sind unsicher

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In den letzten Tagen ist der Mallorca-Urlaub wieder in die Schlagzeilen gerückt. Auch die Reisebüros in Castrop-Rauxel merken Verunsicherung. Die gilt aber nach wie vor fürs Reisen an sich.

Castrop-Rauxel

, 19.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tourismusbranche wurde, auch in Castrop-Rauxel, von der Corona-Pandemie in die Knie gezwungen. Nach den letzten Lockerungen sah es für eine Weile so aus, als würde sich die Reiselust der Deutschen erholen.

Nachdem es auf Mallorca nun Massen-Aufläufe von Touristen gab, die die Corona-Auflagen missachtet haben, droht sich die Lage wieder zu verschlimmern. Der Weltärztebund fordert beispielsweise eine Quarantäne für Mallorca-Urlauber.

Trotz der Entwicklung auf Mallorca blicken einige Reisebüros in Castrop-Rauxel zum Teil schon wieder optimistisch in die Zukunft, während andere noch viel mit der Verunsicherung der Menschen zu kämpfen haben.

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Dietmar Broll vom Reisebüro Travelline sieht keine neue Welle an Stornierungen durch die neuen Maßnahmen auf Mallorca. „Es wird aber eh viel abgesagt", erklärt er, „denn die Verunsicherung ist groß."

Es gibt mehr Inlandsziele

Wo Reisen ins Ausland abgesagt werden, würden sich aber neue Reiseziele im Inland auftun. Es gebe definitiv einen Trend zu Inlandsreisen, erklärt Broll: „Wer letztes Jahr noch geflogen ist, der fährt dieses Jahr an die Ostsee, nach Sylt oder in die Berge."

Broll erklärt, dass im Ausland vor allem Ziele beliebt seien, die vermeintlich sicher sind. So gebe es dieses Jahr eine verstärkte Nachfrage nach Zielen in Spanien und Griechenland.

Auch im Reisemarkt in Castrop-Rauxel erzählt man uns, dass im Vergleich zu den letzten Jahren wieder viel mehr Griechenland-Urlaube gebucht wurden. Die Gesamtsituation würde zwar viele Reisende abschrecken, aber eine neue große Welle der Stornierungen zeichne sich nicht ab.

„Die Menschen möchten nicht aufs Reisen verzichten", so der Eindruck von Louisa Schulz vom Reisemarkt.

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In der Reiseagentur Ambros-Vestring hat man da andere Erfahrungen gemacht. Die Kunden würden kaum noch Reisen buchen, so heißt es dort. Wenn es Buchungen gebe, dann würden eher Bus- und Bahnreisen im Fokus stehen.

Anders ist die Erfahrung von Marcus Kieselbach vom Reisebüro und Omnibusbetrieb Wullhorst. Das Reisebüro veranstaltet vor allem Busreisen, die hier momentan aber nicht besonders stark nachgefragt seien, so Kieselbach.

Wenn die Kunden noch Reisen buchen, dann gehe der Trend auch hier in das eigene Land oder in Nachbarländer wie die Niederlande oder Österreich. Er zeichnet ein pessimistisches Bild der Urlaubsstimmung. „Keiner denkt an Urlaub", sagt Kieselbach, die Buchungszahlen wären sehr verhalten.

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