Das Kinderhaus Rasselbande zieht aus dem Bürgerzentrum Marienschule aus. Das reißt eine Lücke in die Kitalandschaft in Merklinde. Die Stadt sucht Lösungen. © Tobias Weckenbrock
Kinderbetreuung

Rückzug der Rasselbande: Stadt will Merklinder Eltern helfen

Nachdem feststeht, dass das Kinderhaus Rasselbande Merklinde verlässt, gibt es Unruhe unter den Eltern. Die Stadt will einen lückenlosen Anschluss schaffen. Doch noch ist vieles offen.

Das Kinderhaus Rasselbande wird sich aus Merklinde zurückziehen. Und das relativ schnell. Schon im Sommer 2022 wird Schluss sein in der ehemaligen Marienschule an der Johannesstraße.

Die Eltern hat Angelika Kirstein Ende Oktober informiert, dass sie dann an den zweiten Standort der Rasselbande an der Holzstraße wechseln können. Doch wenn sie das nicht wollen? Und wohin sollen sich Eltern aus dem Stadtteil wenden, die erst ab Sommer ihr Kind betreuen lassen wollen?

Für die Beigeordnete Regina Kleff ist das ein wichtiges Thema. „Die Lösung ist noch nicht da. Aber wir werden sie finden“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es ist mir ein Anliegen, die Eltern nicht hängen zu lassen.“

Die Nachricht, vor allem von dem schnellen Aus bereits in einem halben Jahr, sei für die Stadt überraschend gekommen. Auch der Verein Wir sind Merklinde habe schon besorgt nachgefragt. Schon Anfang 2022 will man aber ein ganzes Stück weiter sein.

Für neue Kita an der Harkortschule muss Träger gefunden werden

Dafür muss man wissen, dass das Kinderhaus Rasselbande auch die Trägerschaft für die neue Kita mit vier Gruppen in der ehemaligen Harkortschule übernehmen sollte und hier ebenfalls einen Rückzieher gemacht hat. Gestiegene Preise und Folgekosten nannte Angelika Kirstein unserer Redaktion als Grund. Mehr Zuschüsse konnte die Stadt aber nicht zusagen. Der Mietkostenzuschuss ist vom Kinderbildungsgesetz (KiBiz) fest geregelt.

Ein neuer Träger muss also gefunden werden. Im Jugendhilfeausschuss wurde in der Sitzung am 11. November kürzlich alles in die Wege geleitet, damit dies über ein „Interessensbekundungsverfahren“ schnell passieren kann. Anfang des Jahres könnte der Ausschuss in einer Sondersitzung schon eine Entscheidung treffen.

Dabei legt die Stadt Wert darauf, dass der Träger auf den bestimmten Bedarf in dem Stadtteil eingeht und dort gut vernetzt sei. „Bövinghausen ist unter soziostrukturellen Aspekten als einer der am stärksten benachteiligten Stadtteile zu bewerten“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss. Aktuell fehlen hier laut Planung knapp 60 Kita-Plätze allein für über dreijährige Kinder.

Räume in Marienschule könnten weiter für Kita genutzt werden

Regina Kleff formuliert es auch mit Blick auf das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Merklinde mit seinen 2,8 Millionen Euro Fördermitteln optimistischer: „Merklinde ist ein Stadtteil mit viel Potenzial“. Und ja, es hätten bereits potenzielle Träger ihr Interesse angemeldet.

Bis der neue Kindergarten am Standort der Harkortschule an der Wittener Straße 322 eröffnet werden kann, wird Zeit vergehen. Gerade wird noch ein Teil der Schule abgerissen. Ende 2023 nennt die Beigeordnete als frühesten Fertigstellungstermin. Vielleicht wird es auch Sommer 2024.

Bis dahin aber, so eine erste Idee, könnte der neue Träger übergangsweise bereits am Standort Marienschule die Kitaräume, die aktuell noch von der Rasselbande genutzt werden, übernehmen und erste Gruppen einrichten.

Regina Kleff sagt: „Ich muss erstmal rausfinden, was die Eltern möchten. Ich werde auf sie zugehen.“ Dazu könnte es beispielsweise Anfang des Jahres einen Elternabend geben. Bis zum 15. März muss feststehen, wie die Kita-Landschaft aussehen wird. Ob es also beispielsweise in der Johannesstraße eine andere Kita einzieht. Denn dann muss die Stadt für die Landesförderung die Angebotsstruktur der Kindertageseinrichtungen für das Kindergartenjahr 2022/2023 einreichen.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.