Schafe grasen auf der Kiebitz-Weise

Naturschutz an der Klöcknerstraße

Schon wieder gibt es Ärger an der Klöcknerstraße: Auf der Wiese an der Klöcknerstraße, auf der Kiebitze gebrütet haben, haben Schafe gegrast. Ein Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde soll sich vor Ort umsehen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Abi Schlehenkamp

, 09.06.2012, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Freitag graste die Schafherde auf dem Grün vor dem Landschaftsbauwerk an der Klöcknerstraße. Der blaue Industriebau im Hintergrund gehört zum Emschermischwerk am Deininghauser Weg.

Am Freitag graste die Schafherde auf dem Grün vor dem Landschaftsbauwerk an der Klöcknerstraße. Der blaue Industriebau im Hintergrund gehört zum Emschermischwerk am Deininghauser Weg.

Mittwochabend indes glaubte Udo Weber, Chef des Umweltausschusses, seinen Augen nicht zu trauen. Genau dort, wo die Kiebitze an der Klöcknerstraße gebrütet haben, blökte es kräftig: Eine große Schafherde eines Schäfers aus Dortmund zupfte am Grün.  Für den Ratsherrn der Grünen ein unglaublicher Vorgang, den er noch Mittwochabend kommunizierte, die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis allerdings konnte er offiziell wegen des Fronleichnam-Feiertags erst gestern Morgen in Kenntnis setzen. Mit dem Ergebnis, dass ein Mitarbeiter sich die Lage vor Ort ansehen solle, wie es auf Anfrage unserer Zeitung bei der Kreispressestelle hieß.

Mit einer Erklärung dazu sei allerdings nicht vor Montag kommender Woche zu rechnen. „Von uns genehmigt, war das jedenfalls nicht“, versicherte Sprecherin Svenja Küchmeister. NRW.Urban war gestern nicht zu erreichen.  Grünflächenamtschef Klaus Breuer vermutet, dass es sich beim Grasen der Schafe an dieser und anderen nicht umzäunten Flächenm vielleicht um ein Gewohnheitsrecht handeln könnte. Die Schafe, die gestern ein Stück weiter unterhalb des neuen Ladnschaftsbauwerks nach Nahrung suchten, pfiffen jedenfalls auf die Kommunikation mit den Regenpfeifern.

 Dass den Kiebitzen schon wieder innerhalb kürzester Zeit derart mitgespielt wurde, ist für Notburga Henke nicht nachvollziehbar. „Das Gesetz sagt eindeutig, dass die ökologische Funktion der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten erhalten bleiben muss“, betont Henke, die das Kiebitz-Thema im vergangenen Monat auch in den Landschaftsbeirat transportiert hatte.  Sie verweist außerdem darauf, dass zumindest eines der Ersatzhabitate noch gar nicht fertiggestellt sei. Die Umweltschützer des BUND Ostvest wollen sich mit der Problematik in ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr in der Friedenskirche Datteln beschäftigen.

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