Schichtwechsel: Diamantgutacher Max übernimmt Juwelier Zimmer von seinem Vater Matthias

rnAltstadt-Geschäftswelt

Der Altstadt-Juwelier Zimmer vollzieht den Generationenwechsel: Für Matthias übernimmt jetzt sein Sohn Max das Geschäft. Was ändert sich dadurch? Der Schichtwechsel und was dahinter steckt.

Castrop-Rauxel

, 06.07.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

34 Jahre lang hat Matthias Zimmer den Altstadt-Juwelier mit dem gleichen Namen geführt. Jetzt hat er einen Schichtwechsel vollzogen, wie er es nennt: Der Vater (61) dreier Kinder, der in Obercastrop zu Hause ist, übergibt an Sohn Max (30). Max Zimmer ist die vierte Generation im Betrieb. Und er ist der erste, der kein Uhrmachermeister ist.

Max Zimmer ist Einzelhandelskaufmann. Er machte beim renommierten Unternehmen Wempe in Köln seinen Handelsfachwirt. Sein Steckenpferd ist aber das Geschäft mit Edelsteinen: Er ist Diamantgutachter. Dafür lernte er einige Zeit in Antwerpen, Steine einzuschätzen. In der belgischen Stadt ist der größte Umschlagplatz für Diamanten in Europa - und der Ort, wo die Schulen dazu sind.

Schichtwechsel: Diamantgutacher Max übernimmt Juwelier Zimmer von seinem Vater Matthias

1959 gab es die erste Betriebsübergabe im Hause Zimmer: Damals übernahm Sohn Siegfried von seinem Vater Robert das Uhrmacher-Geschäft. Auf Siegfried folgte Matthias, auf Matthias folgt nun Max. © Tobias Weckenbrock

Sein Großvater und sein Urgroßvater waren Uhrmacher, wie sein Vater. Robert Zimmer gründete 1925 ein Geschäft in seiner Heimat in Schlesien. Als er nach dem 2. Weltkrieg vertrieben wurde, kam er mit dem Zug in irgendeine andere Stadt: Seine neue Heimat wurde Castrop-Rauxel. Er ließ sich mit einem Geschäft an der Oberen Münsterstraße nieder.

1959 übergab Robert Zimmer an seinen Sohn Siegfried. In dieser Zeit zog der Laden ein paar Dutzend Meter weiter Richtung Innenstadt diesseits der Bahn ins Lokal, in dem heute der Optiker Claßen Brillen anpasst. 1982 folgte der Umzug ins Herz der Altstadt, in das Ecklokal Am Markt / Mühlengasse. Matthias Zimmers Vater Siegfried, der im Jahr 2000 starb, entschied sich dazu, als feststand, dass Matthias den Laden weiterführen würde.

Folgt jetzt die Revolution im Geschäft Zimmer?

Eine Übergabe, ein Schichtwechsel - eine Revolution im Geschäft? Was hat Max Zimmer mit dem Juwelier-Geschäft vor? „Ich werde nicht von einem auf den anderen Tag alles anders machen“, sagt der Handballer, der bei der HSG Rauxel-Schwerin auf Rechtsaußen spielt.

Schichtwechsel: Diamantgutacher Max übernimmt Juwelier Zimmer von seinem Vater Matthias

Seit zwei Jahren arbeitet der Junior, der um die Ecke mit seiner Verlobten zusammen wohnt, im Geschäft mit. Nun ist er der Chef. © Tobias Weckenbrock

Seit zwei Jahren arbeitet er im Unternehmen mit. Nun wolle er durchstarten. Zum Beispiel mit einem neuen Designer namens Lukas Ludwig, Absolvent der Folkwang-Uni. „Der hat eine ganz andere Art der Gestaltung und erstellt den Schmuck am Computer“, sagt Max Zimmer.

18 Mitarbeiter - und ein neuer Designer frisch von der Uni

Er ist der neue Chef der 18 Mitarbeiter der Goldschmiede und Uhrmacherei. Dafür wird sein Vater Matthias, der im Unternehmen weiter arbeitet, seinen Arbeitsschwerpunkt nach Sylt verlagern: In Kampen eröffnete er 2016, als er wusste, das Sohn Max weiter machen würde, ein Geschäft zum Verkauf der in Castrop produzierten Schmuckstücke - unter anderem die Designer-Ringe mit dem Namen „Schichtwechsel“ und „Torus“. Matthias Zimmer sagt: „Hier in Castrop ist unsere Herzkammer, hier ist die ganze Infrastruktur.“

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