Schilderwald im Rathaus und ein unfreundlicher Mitarbeiter – eine Leserin berichtet

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Viele Schilder auf den Gängen führen eher zu Verwirrung statt zu dem richtigen Gesprächspartner. Diese Erfahrung musste zumindest eine Leserin machen. Die Stadt bedauert den Vorfall.

Castrop-Rauxel

, 29.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mal eben etwas im Rathaus zu erledigen, ist nicht immer so einfach. Um auf die Zustände im Bürgerbüro aufmerksam zu machen, gab es erst kürzlich eine Frühstücks-Protest-Aktion.

Auch die 62-jährige Birgit Schwier musste negative Erfahrungen im Rathaus machen. Sie erzählt von einer irritierenden Begegnung im Bereich Soziales.

Verwirrendes Schilder-Chaos auf den Fluren

Im vergangenen Jahr wollte Schwier einen Antrag in diesem Bereich abholen. Die vielen Schilder und Pfeile auf den Fluren des Rathauses hätten ihr wenig geholfen, den richtigen Ansprechpartner zu finden, schrieb sie uns. Die Beschilderung empfand sie als ziemlich verwirrend.

„Die Pfeile an den Zimmern zeigten in unterschiedliche Richtungen. So klopfte ich an die vermeintlich richtige Tür.“ Dort traf sie auf zwei Männer, die ihrer Aussage nach in ein Privatgespräch vertieft waren.

Vom Chef angeblafft

Weiter berichtet die 62-Jährige, dass einer der beiden Verwaltungsmitarbeiter sie mit den Worten „Klar, immer zuerst beim Chef klopfen. Warum auch auf die Türschilder gucken...“ angeblafft habe.

Birgit Schwier hat dennoch ihr Anliegen vorgebracht. Daraufhin sei der Chef (?) „wutschnaubend“ in ein anderes Büro gegangen und habe ein Formular geholt. Das drückte er der Frau in die Hand.

Formulare sollten auf den Fluren ausliegen

„Dazu meinte er noch: ‚Bitte, vom Chef persönlich‘“, sagt Schwier. Bei dem Besuch hätte sie sich wie ein kleines Mädchen gefühlt und wäre immer kleiner geworden, sagte sie im Nachhinein unserer Redaktion.

Sie würde sich wünschen, dass wichtige Formulare auf den Fluren ausliegen würden. So würde auch niemand gestört werden.

Schilder sollten eigentlich helfen

Was an diesem Tag vorgefallen ist, kann die Stadt nach so langer Zeit natürlich nicht sagen. Schilder im Bereich Soziales aber seien tatsächlich an den Türen zu finden. Die wiesen darauf hin, welche Büros urlaubs- oder krankheitsbedingt nicht besetzt sind und an wen sich die Bürger stattdessen wenden können.

Bürger können sich immer an die Mitarbeiter wenden

Aber die Stadtpressesprecherin Nicole Fulgenzi räumt ein, dass die Orientierung im Rathaus nicht immer einfach sei. Auch Hinweisschilder, ein Farbkonzept, eine Information und ein digitales Portal seien nicht immer hilfreich.

Laut Stadt können sich Bürger aber immer an die Mitarbeiter wenden. Die würden gerne helfen. Die Stadtverwaltung bedauert die Erfahrungen von Birgit Schwier.

Die 62-Jährige hat aber nicht nur negative Erfahrungen machen müssen. „Ich habe kürzlich einen Ausweis beantragt, da waren alle wirklich sehr nett zu mir.“

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