Schlaglöcher und lose Steine: EUV will Fußgängerzone für sechsstelligen Betrag sanieren

rnSanierung Fußgängerzone

Lose Steine und Schlaglöcher sind ein Problem in der Castroper Altstadt. Nun will der EUV einen sechsstelligen Betrag zur Sanierung investieren - und damit teures Flickwerk vermeiden.

Castrop

, 19.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Straße Am Markt, direkt zwischen dem Asia Bistro Panda und der Bäckerei Schickentanz, lagen sie in der vergangenen Woche aufgetürmt: kleine Pflastersteine. Eingegrenzt von drei rot-weißen Absperrzäunen, wie man sie typischerweise von Baustellen kennt. Sie sollten verhindern, dass jemand über die Steine stürzt.

Am Montag wurden Pflastersteine neu verlegt

Am Montagmittag dann war der Haufen verschwunden. Die Steine waren im Laufe des Vormittags neu verlegt worden. Auch vor dem Modegeschäft Borgerding waren zwei Arbeiter am Montag damit beschäftigt, lockere Pflastersteine zu befestigen. Ein Bild, das man in den kommenden Wochen und Monaten wohl häufiger zu Gesicht bekommen wird.

Zwischen der Bäckerei Schickentanz und dem Asia Bistro Panda liegt derzeit ein Haufen loser Pflastersteine.

Zwischen der Bäckerei Schickentanz und dem Asia Bistro Panda liegt derzeit ein Haufen loser Pflastersteine. © Marc-André Landsiedel

Sie sind ein wiederkehrendes Problem in der Castroper Altstadt: lockere Pflastersteine. Im schlimmsten Fall werden daraus Schlaglöcher - und somit gefährliche Stolperfallen. Einmal kurz nicht zu Boden geguckt, ist schnell der Knöchel verstaucht. Oder man liegt, noch schlimmer, bäuchlings auf dem Boden. Schlimme Verletzungen drohen.

Suche nach Tiefbau-Unternhemen offenbar erfolgreich

Dieses Problem will die Stadt nun angehen, wie EUV-Chef Michael Werner auf Nachfrage verriet: „Wir haben in diesem Jahr einen knapp sechsstelligen Betrag zur Verfügung, um Teile der Fußgängerzone zu sanieren.“ Man sei auf der Suche nach einem Tiefbau-Unternehmen, das die Arbeiten ab Februar oder März übernehmen könne, erklärte Werner noch in der vergangenen Woche.

Am Montagmittag war der Steinhaufen verschwunden. Die Pflastersteine wurden neu verlegt.

Am Montagmittag war der Steinhaufen verschwunden. Die Pflastersteine wurden neu verlegt. © Marc-André Landsiedel

Außerdem wolle man vermeiden, hieß es weiter, dass mögliche Baustellen für Störungen in der Altstadt sorgen. „Deshalb wollen wir die Fußgängerzone möglichst dann sanieren, wenn keine Veranstaltungen in der Innenstadt stattfinden. Am liebsten in den Ferien“, so Werner weiter. Es scheint, als sei der EUV schnell fündig geworden.

Keine Großbaustelle, sondern punktuelle Ausbesserungen

Eine neue Groß-Baustelle müssen Bürger und Händler durch die Sanierung nicht fürchten. Die Bereiche, in denen eine Sanierung notwendig ist, sollen punktuell ausgebessert werden. Einen genauen Entwurfs- oder Lageplan, wo überall saniert werden muss, gab es laut Werner in der vergangenen Woche noch nicht.

Auch vor dem Modegschäft Borgerding verlegten am Montag zwei Arbeiter Pflastersteine.

Auch vor dem Modegschäft Borgerding verlegten am Montag zwei Arbeiter Pflastersteine. © Marc-André Landsiedel

Warum aber lockern sich die Steine in der Fußgängerzone überhaupt? Das hat mehrere Gründe, wie Werner erklärt. Zum einen sei da die Witterung, zum anderen der An- und Zulieferverkehr, der den Untergrund strapaziere. Und dann ist da noch der Faktor Zeit: So komme das Material, das zum Großteil in den 80er-Jahren verbaut wurde, stellenweise schlicht an seine zeitlichen Grenzen.

Kaltasphalt sorgte kurzfristig für Sicherheit

Bei Schlaglöchern ging der Griff des EUV in der Vergangenheit häufig einem bewährten Mittel: „Um die Verkehrssicherheit so schnell wie möglich wiederherzustellen“, erklärt Werner, habe man offene Schlaglöcher notdürftig mit Kaltasphalt zugekippt. Wer darauf achtet, findet viele der nicht gerade ansehnlichen schwarzen Flecken zwischen den Pflastersteinen in der Castroper Innenstadt.

Schwarzer Kaltasphalt ist an vielen Stellen in der Castroper Fußgängerzone zwischen den Pflastersteinen zu sehen. Kaltasphalt wird verwendet, um Schlaglöcher möglichst schnell auszubessern und die Wege wieder sicher zu machen.

Schwarzer Kaltasphalt ist an vielen Stellen in der Castroper Fußgängerzone zwischen den Pflastersteinen zu sehen. Kaltasphalt wird verwendet, um Schlaglöcher möglichst schnell auszubessern und die Wege wieder sicher zu machen. © Marc-André Landsiedel

Neben der mangelnden Ästhetik hat der Kaltasphalt aber noch einen anderen Nachteil: Das Verfahren sei laut Werner auf Dauer relativ kostspielig. Bleibt also zu hoffen, dass die nun anfallenden Sanierung die Fußgängerzone nicht nur wieder schöner und sicherer macht - sondern auf lange Sicht auch die Stadtkasse schont.

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