Schlechte Arbeitslosenzahlen wegen Corona, doch es besteht Hoffnung

Mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosenzahlen in Castrop-Rauxel sind wieder gestiegen. Nun äußert sich der Leiter der Agentur für Arbeit dazu und erklärt, worauf er hofft und was er in den nächsten Wochen fürchtet.

Castrop-Rauxel

, 01.07.2020, 13:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das neue Logistikzentrum im Gewerbepark Deininghauser Weg wird seit Monaten gebaut. Es bringt neue Arbeitsplätze nach Castrop-Rauxel.

Das neue Logistikzentrum im Gewerbepark Deininghauser Weg wird seit Monaten gebaut. Es bringt neue Arbeitsplätze nach Castrop-Rauxel. © Tobias Weckenbrock

In Castrop-Rauxel gibt es zurzeit 500 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Das ist die neue Zahl, die Stefan Bunse, der Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit vor Ort, nun vorstellte.

Trotz weiterer Lockerungen im Alltagsleben und der Öffnung von Geschäften und Gaststätten steig die Zahl der arbeitslosen Menschen im Juni weiter. Mit 8,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote deutlich über dem Vorjahresniveau. Vor zwölf Monaten, eine Phase, in der es Monat für Monat positive Neuigkeiten gab, lag sie bei 7,4 Prozent.

In bloßen Zahlen: 500 Menschen mehr als vor einem Jahr gelten heute als arbeitssuchend. Insgesamt sind es nun 3401 Personen. Im Vergleich zum Vormonat Mai stieg die Quote um 0,3 Prozentpunkte. Das ist in dieser Jahreszeit unüblich: Normalerweise sinkt die Quote im Juni.

Jeder fünfte Jobverlust beruht auf Corona-Krise

Inzwischen könne man davon ausgehen, so Bunse, dass jeder fünfte Arbeitsplatzverlust den Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet sei. Dennoch gebe es Regionen in Deutschland, die noch stärker gebeutelt seien. Nach wie vor verhindere Kurzarbeit Schlimmeres.

Qualifizierungsberaterin Nicole Voßbrink, Sandra Breidenbach (Beraterin im Arbeitgeberservice (M.) und der Leiter der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Castrop-Rauxel, Stefan Bunse

Qualifizierungsberaterin Nicole Voßbrink, Sandra Breidenbach (Beraterin im Arbeitgeberservice (M.) und der Leiter der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Castrop-Rauxel, Stefan Bunse © Tobias Weckenbrock

Und wie geht es weiter? Da bedient sich Stefan Bunse an Einschätzungen der wissenschaftlich arbeitenden Experten. „Die Volkswirte gehen von einer leichten Entspannung am Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte aus“, so Bunse. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sei immerhin zuletzt leicht gestiegen. „Das macht Hoffnung“, sagt der Geschäftsstellenleiter.

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Die hegt er auch mit Blick auf Castrop-Rauxel, wenngleich er auch einzelne Entwicklungen fürchtet. „Es gibt unabhängig von ‚Corona‘ weiter große Fragezeichen“, sagt Bunse. „Es ist viel Bewegung in beide Richtungen. Wir wissen zum Beispiel noch nicht, wie es mit dem Real-Markt an der Siemensstraße weitergeht.“ Dort sind fast 100 Personen direkt beschäftigt.

Real-Befürchtung und Logistiker-Hoffnung

Die Real-Märkte in ganz Deutschland werden allerdings derzeit verkauft, einige nicht rentable Standorte wie zum Beispiel der in Herten geschlossen. Für Castrop-Rauxel ist beim Real noch keine Entwicklung bekannt. Edeka und Kaufland gelten als Interessenten für die Übernahme zahlreicher Real-Geschäftsimmobilien. Einige Märkte sollen auch unter der Marke Real weiter geführt werden.

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Die Zukunft des Real-Marktes an der Siemensstraße in Habinghorst ist weiter ungewiss.

Die Zukunft des Real-Marktes an der Siemensstraße in Habinghorst ist weiter ungewiss. © Volker Engel

Hoffnungen setzt Bunse zum Beispiel in den Bau des Logistikzentrums am Deininghauser Weg. Dort soll vermutlich eine dreistellige Zahl an Jobs entstehen. Hier wird eine zehn Meter hohe Halle mit 25.000 Quadratmetern Größe errichtet, die im Herbst fertig werden soll.

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