Schluss mit Streit: Zeichen für katholischen Friedhof Henrichenburg stehen auf Harmonie

Alter Friedhof

Der alte katholische Friedhof in Henrichenburg stand immer mal wieder im Fokus. Es gab viel Kritik am neuen Kita-Standort. Jetzt freut sich die Stadt: Es gibt viel bürgerliches Engagement.

Henrichenburg

, 30.11.2019, 06:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist das 120 bis 130 Jahre alte Kreuz auf dem alten Friedhof in Henrichenburg, das nicht mehr standsicher ist. Die Firma Send kümmert sich nun darum.

Das ist das 120 bis 130 Jahre alte Kreuz auf dem alten Friedhof in Henrichenburg, das nicht mehr standsicher ist. Die Firma Send kümmert sich nun darum. © Volker Engel

Für Klaus Breuer, Chef des städtischen Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen, erfährt der alte katholische Friedhof an der Hedwig-Kiesekamp-Straße in Henrichenburg eine schöne Nachnutzung - oder vielleicht besser: Es kehrt endlich Harmonie ein.

Mehrfach hat das Gelände, heute mit deutlich mehr Park-Charakter als vorher, in der Vergangenheit in den Schlagzeilen gestanden. Stein des Anstoßes war der letztlich gegen erhebliche Gegenwehr verwirklichte Plan, auf dem alten Friedhofs-Gelände die neue Kita der Arbeiterwohlfahrt zu errichten.

Stadt bekam das Gelände geschenkt

Im Gegenzug bekam die Stadt das übrig gebliebene und nicht bebaute Grundstück von der Katholischen Kirchengemeinde geschenkt. Ausgestanden war seinerzeit die Geschichte damit aber nicht. Für den offensichtlich laxen Umgang mit alten Grabsteinen beim Kita-Bau hagelte es immer wieder Kritik.

Es gibt auch noch sehr gut erhaltene Grabsteine an der Hedwig-Kiesekamp-Straße.

Es gibt auch noch sehr gut erhaltene Grabsteine an der Hedwig-Kiesekamp-Straße. © Volker Engel

Vorwurf: Die Steine seien lieblos abgekippt und teilweise zerstört worden. Das war aber noch nicht das letzte Wort. Als vor einiger Zeit die Stadt das Gelände ausdünnte, war in Henrichenburg von einem Kahlschlag die Rede. Jetzt also der neue Sachstand, den Klaus Breuer dem Bauausschuss in dessen Sitzung am Donnerstag, 21. November, zur Kenntnis gab.

Das alte Kreuz ist nicht mehr standsicher

„Wir haben bei einer Überprüfung festgestellt, dass das alte Kreuz nicht mehr standsicher ist“, sagte Breuer. Dazu muss man wissen, dass auf dem Terrain ja auch noch andere bauliche Dinge von der Vergangenheit als Friedhof zeugen: Die kleine Kapelle gibt es ebenso noch wie das etwa 120 Jahre alte Kreuz aus Sandstein mit der durchaus fragilen Jesus-Figur, das auf einem Sockel steht.

Auch die kleine Kapelle kündet von der Vergangenheit als Friedhof.

Auch die kleine Kapelle kündet von der Vergangenheit als Friedhof. © Volker Engel

Der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen nahm Kontakt zur Firma Send (HS Ingenieur- und Brückenbau) auf und sprach mit Hein und Henrik Send.

Ergebnis: „Die Firma hat sich bereit erklärt, das Kreuz zu sanieren und wieder aufzustellen“, sagte Breuer. Und das Ganze, ohne dass der Stadt dafür Kosten entstünden. „Wir sind sehr dankbar dafür“, erklärte Breuer. Das sei gelebtes bürgerschaftliches Engagement.

Jetzt kommt das Kreuz in die Werkstatt

Abgenommen werden soll das Kreuz zeitnah. Dann wird in der Werkstatt geschaut, ob es sich wieder herrichten lässt. Im Frühjahr wird es wieder aufgestellt. Ergibt die Untersuchung, dass es nicht mehr verkehrssicher aufgestellt werden kann, soll das Kreuz vor dem Sockel in der Wiesenfläche einen Platz finden.

Mittlerweile hat das Gelände einen parkähnlichen Charakter.

Mittlerweile hat das Gelände einen parkähnlichen Charakter. © Volker Engel

Laut Breuer sind auch alte Grabsteine wieder vernünftig aufgestellt worden. Das dokumentierte der Bereichsleiter im Fachausschuss mit Fotos. „Die alten Steine werden verwittern“, sagte Breuer. Das gehöre zu einem würdigen Umgang mit den alten Zeugen aus der Friedhof-Vergangenheit.

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