Schmilzender Asphalt sorgt für hitzige Diskussion

Wilhelmstraße

Der Ärger um die Asphalt-Schmelze auf der Wilhelmstraße in Castrop-Rauxel ist auch am Mittwochabend im EUV-Verwaltungsrat noch mal aufgekocht. Die Politik stellte Fragen an die Verwaltungsspitze – und machte einen ganz neuen Vorschlag. Wir haben einige Fragen und die Antworten mitgeschrieben.

CASTROP-RAUXEL

, 22.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Schmilzender Asphalt sorgt für hitzige Diskussion

Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."

Es ist heiß und die Wilhelmstraße schmilzt. Der schmelzende Asphalt ist ein Thema, das für viel Aufregung sorgt. Im Verwaltungsrat des EUV gab es rege Diskussionen zu dem Thema. Hier ein paar Auszüge:

Zum Thema Regressansprüche:

Carsten Papp (CDU): „Warum hat man die Regressansprüche bezüglich der Wilhelmstraße nicht schon vorher gestellt? Das Problem mit dieser Art der Instandsetzung war doch durch die Cottenburgstraße bekannt.“Michael Werner (EUV): „An der Wilhelmstraße haben wir den Kreuzungsbereich Grutholzstraße, der im vergangenen Jahr auffällig war, nach einem anderen Verfahren schon saniert.“Thorsten Werth-von Kampen (EUV): „Für den restlichen Teil der Wilhelmstraße entfällt der Regressanspruch nach zwei Jahren. Dort wird also nichts möglich sein. Wir hinterfragen aber auch das gelieferte Material. Vielleicht hat sich die Bitumenqualität verändert, es könnte aber auch eine fehlerhafte Charge gewesen sein, die hier im Einsatz war.“

 

 

Zum gewählten Verfahren:

Ingo Boxhammer (Die Linke): „Warum hat man dieses Verfahren gewählt? Es handelt sich ja um ein Neues.“Werner: „Nein, es ist ein altes Verfahren.“Werth-von Kampen: „Mit diesem haben wir an anderen Stellen gute Erfahrungen gemacht – immer in dem Wissen, dass es eine vorübergehende Stabilisierung erwirkt.“Rajko Kravanja (Bürgermeister): „Wir waren uns schon nach den Vorfällen an der Cottenburgstraße einig, dass wir dieses Verfahren nicht mehr einsetzen. Es hat jahrelang funktioniert, aber macht so keinen Sinn mehr – allein schon finanziell, mal abgesehen vom ganzen Ärger, den die Anwohner haben.“ 

 

Zum Thema Schatten und Luft:

Manfred Postel (FWI): „Wir reden hier nie über Straßenbegleitgrün. Wir müssen die Bäume, die wir abgesäbelt haben, vielleicht einfach wieder anpflanzen. Mit einer Beschattung in allen Bereichen wäre das nicht passiert. Wir müssen auch die Durchlüftung bei der Bebauung im Auge behalten: Viele Luftschneisen haben wir zugebaut.“ 

Doch nicht nur schlecht sanierte Straßen sind betroffen. Am Donnerstagvormittag meldeten Anwohner am Grünen Weg, dass auch dort der Asphalt sehr weich werden würde. Der EUV-Stadtbetrieb rückte aus, um sich vor Ort ein Bild der Situation zu machen. „Wir haben auch hier unser Sole-Gemisch aufgetragen und konnten damit sofort Abhilfe schaffen“, sagt EUV-Chef Michael Werner. Gesperrt werden musste die Straße dort nicht.

Welche Straßen sind noch bedroht?
Eingesetzt wurde das Verfahren mit demselben Material an der Kreuzstraße / Bookenweg und am Erlenweg / Hellweg. „Dort warten wir ab, ob noch was kommt“, so Thorsten Wert-von Kampen.

Lesen Sie jetzt