Schmugglerbande geschnappt: 250.000 Zigaretten

Auch in Castrop-Rauxel aktiv

Eine Schmugglerbande hat der Zoll am Freitag in Duisburg festgenommen: Die Polizei erwischte die Männer auf frischer Tat, als sie gerade ihre Ware aus einem Transporter ausluden. Die Bande hatte sich in NRW ein großes Netz aufgebaut: Auch in Castrop-Rauxel stellten die Ermittler bei Mittätern illegale Zigaretten sicher.

CASTROP-RAUXEL

, 01.04.2016, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 250.000 Zigaretten haben Zollfahnder sichergestellt, als sie eine Schmugglerbande in Duisburg auf frischer Tat ertappten. Vier Tatverdächtige seien am Freitag festgenommen worden, teilten die Staatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Essen mit. Dem Zugriff seien monatelange Ermittlungen im In- und Ausland vorausgegangen. 

Deutsch-polnische Tätergruppe

Die deutsch-polnische Tätergruppe wurde am Freitag bei der Anlieferung in Duisburg dingfest gemacht. Die illegalen Zigaretten der Marke "Route 66" wurden gegen Mittag in Duisburg angeliefert. Die Fahnder stellten die Täter auf frischer Tat, als sie gerade, sich in Sicherheit wiegend, den Transporter mit den Schmuggelzigaretten vor einem Supermarkt parkten. Vier Personen wurden unmittelbar festgenommen.

Die Schmugglerbande hatte in Nordrhein-Westfalen ein großes Netzwerk aufgebaut: Anschließend wurden Privatwohnungen und Garagen unter anderem in Castrop-Rauxel, Herne und Gelsenkirchen durchsucht. Bei den Mittätern und Weiterverkäufern konnten weitere 100.000 illegale Zigaretten sichergestellt werden. 

Drogen, Bargeld, Autos

In den Privaträumen eines Abnehmers in Herne wurde neben den Zigaretten 2.650 Gramm Amphetamin im Wert von über 30.000 Euro sichergestellt. Gegen ihn wurde ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Neben den Zigaretten wurde auch Bargeld sichergestellt, sowie einige Wertgegenstände und PKW. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieses Vermögen aus dem Verkauf der unversteuerten, illegalen Zigaretten stammt und daher eingezogen wird.

Ruhrgebiet ist Schmuggel-Hotspot

"Das Ausmaß organisierter Verbrauchsteuerkriminalität im Bereich der Zigaretten wird im Ruhrgebiet immer wieder deutlich. Bedingt durch die hohe Bevölkerungsdichte, die wirtschaftliche Lage vieler Menschen im Ruhrgebiet sowie die besondere Verteilerstruktur über Arbeitsplatz, Nachbarschaft und Vereine" werden die Region zu einem Hotspot der Schmuggler, so der Leiter des Zollfahndungsamtes, Regierungsdirektor Brandl.

Die Zollfahndung Essen hat in den vergangenen Jahren die Verfolgung der illegalen Hersteller intensiviert, aber auch den Druck auf Großhändler und Wiederverkäufer an Arbeitsplätzen, Vereinen und in der Nachbarschaft erhöht. Millionen geschmuggelter Zigaretten werden jedes Jahr durch die Zollfahnder sichergestellt. Damit entstehen für die Allgemeinheit jährlich Steuerschäden in Millionenhöhe.

40.000 Euro Steuerschaden

Die Ermittlungen im aktuellen Fall der in Duisburg gefassten Schmugglerbande dauern an. Bei einer Verurteilung kann den Tätern eine Haftstrafe drohen. Durch den illegalen Handel mit Zigaretten sei ein Steuerschaden von über 40.000 Euro entstanden, hieß es. 

 

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